Reims
französische Gemeinde
ie Gegend um Reims war schon in bronzezeitlicher Zeit besiedelt. Um 80 vor Christus gründeten die Kelten eine Siedlung namens Durocorter, die von den Römern zu Durocortorum latinisiert wurde. Nach der Eroberung im Gallischen Krieg erhielt die Stadt den Namen Civitas Remorum und wurde Hauptstadt der römischen Provinz Belgica. Ihre Treue brachte der Stadt Privilegien und Wohlstand ein. Erhalten geblieben ist der römische Triumphbogen Porte de Mars, in dessen Nähe im Jahr 1900 ein römischer Depotfund gemacht wurde. In spätrömischer Zeit wurde die Gegend christianisiert und die Stadt zum Bischofssitz erklärt. Im Jahr 336 besiegte der Statthalter Jovinus einfallende Barbaren, im Jahr 356 fand die Schlacht von Reims gegen ein alamannisches Heer statt.
Reims stand über Jahrhunderte im Zentrum europäischer Geschichte. Um 401 ließ Bischof Nicasus eine Kirche errichten, kam aber 406 beim Sturm der Vandalen ums Leben. 451 eroberten die Hunnen unter Attila die Stadt, zogen jedoch nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern wieder ab. Zwischen 497 und 499 wurde Chlodwig I. in der Kathedrale durch Bischof Remigius getauft, ein Ereignis von entscheidender Bedeutung für den Aufbau des Frankenreiches. Die Stadt wurde bald Sitz eines Erzbischofs und diente bei merowingischen Reichsteilungen als Residenz eines Teilreichs. Im 8. Jahrhundert trafen sich Pippin der Jüngere mit Papst Stephan III. und später Papst Leo III. mit Karl dem Großen in Reims. 816 fand die erste Krönung statt, als Ludwig der Fromme nach dem Tod seines Vaters Karl dem Großen von Papst Stephan IV. dort zum Kaiser gekrönt wurde. Die Könige Karlmann I., Ludwig IV. und Lothar wurden in der Basilika Saint-Remi bestattet. Im 10. Jahrhundert war Erzbischof Adalberon maßgeblich am Übergang der französischen Regentschaft von den Karolingern auf die Kapetinger beteiligt.
Die Kathedrale Notre-Dame de Reims gilt als eine der architektonisch bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Vom zwölften bis zum 19. Jahrhundert wurden hier die französischen Könige gekrönt. Seit 1991 zählt sie neben dem Palais du Tau und der Basilika Saint-Remi zum UNESCO-Weltkulturerbe.