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Kloster Lorsch

Benediktinerkloster und UNESCO-Welterbe in Hessen

Die Gründung um 764

64 stifteten Graf Cancor und seine Mutter Williswinth das Kloster auf einer Insel in der Weschnitz. Sie übergaben es ihrem Verwandten, Bischof Chrodegang von Metz, der als Grundstock Güter aus dem Familienbesitz schenkte. Eine Urkunde vom 12. Juli 764 belegt die erste Schenkung, ein Landgut in Hahnheim. Da Chrodegang als Berater Pippins wenig Zeit hatte, entsandte er seinen Bruder Gundeland, den Abt von Gorze, an die Spitze des Klosters, zusammen mit zwei erfahrenen Mönchen und vierzehn weiteren aus Gorze. Schon 765 wurde Gundeland Abt. Als Papst Paul I. Pippin um Hilfe gegen die Langobarden bat, nutzte Chrodegang eine Gesandtschaft nach Rom, um Reliquien zu erbitten, so dass am 11. Juli 765 Reliquien des Märtyrers Nazarius in Lorsch eintrafen.

HeppenheimOrt auf der Karte 164849.6539 N, 8.5689 OAuf der Karte zeigen

Reichskloster ab 772

Nach dem Tod Cancors 771 erhob dessen Sohn Heimerich Besitzansprüche auf das Kloster. Gundeland wandte sich im März 772 an das Hofgericht Karls des Großen und bekam die Abtei als Eigenbesitz zugesprochen. Um weitere Übergriffe zu verhindern, übertrug er sie im Mai 772 an Karl den Großen, wodurch die Abtei Reichs- und Königskloster wurde und Schutz, Immunität und freie Abtswahl erhielt. In diesem Zusammenhang schenkte Karl der Große 773 und 774 die Mark Heppenheim und die Villa Oppenheim. 774 war die neue Klosterkirche fertig, und Karl der Große reiste mit seiner Familie und mehreren Bischöfen nach Lorsch. Am 1. September 774 nahm Bischof Lullus die Kirchweihe vor und überführte die Reliquien des heiligen Nazarius in die neue Kirche.

Zeit der Reichsteilung um 840

832 besetzte Ludwig der Deutsche, Sohn Ludwigs des Frommen, die Abtei, vermutlich um sie an einer Parteinahme für den Kaiser zu hindern. Abt Adalung verhandelte 833 im Auftrag Ludwigs mit Papst Gregor IV. auf dem Lügenfeld bei Colmar. 834 suchte Ludwig der Deutsche den Schutz der Abtei gegen seinen Bruder Lothar und bedachte sie dafür mit einer Schenkung. Nach dem Tod Ludwigs des Frommen unterstützte Abt Samuel Lothar I., ebenso wie andere Kirchenfürsten. Erst nach dem Vertrag von Verdun 843 kam es wieder zu einer Verständigung mit Ludwig dem Deutschen, der 847 in einer Urkunde erlaubte, den durch die Reichsteilung zerrissenen Besitz der Abtei wieder zu bündeln.

Höhepunkt der weltlichen Macht im Hochmittelalter

Der Besitz des Klosters umfasste bis zum Ende des 11. Jahrhunderts weite Teile der Rheinebene zwischen Hattem im Norden und Chur im Süden. Im Oktober 1052 besuchte Papst Leo IX. auf Einladung Abt Arnolds das Kloster und weihte die sogenannte bunte Kirche. Abt Udalrich, im Amt von 1056 bis 1075, vereinte vermutlich die größte weltliche Macht der Lorscher Äbte und erschien 1066 auf dem Reichstag von Trebur mit 1200 durch ihn belehnten Gefolgsleuten.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Kloster LorschVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269725365redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Elswhs in der Wikipedia auf Niederländisch (Originaltext: Els Slots)entstanden 2006CC BY-SA 3.0Quelle