Burg Schloßböckelheim
Burgruine in Deutschland
24 wurde der Ort Becchilenheim erstmals urkundlich erwähnt. Um die Jahrtausendwende wird ein Herzog Cuno von Beckilnheim genannt, wohl Konrad von Schwaben. Im 11. Jahrhundert gelangt die Burg als Reichslehen an den oberlothringischen Herzog Gottfried III. der Bärtige, der über Mathilde von Schwaben in direkter Erbfolge stand. 1046 belagert und zerstört Kaiser Heinrich III. die Burg und zieht das Lehen ein, nachdem sich Gottfried gegen den Kaiser erhoben hatte.
1065 wird die Lehnsherrschaft über die Burg mit dem Reichsgut Kreuznach von Kaiser Heinrich III. an das Bistum Speyer übereignet. Lehnsnehmer ist Graf Eberhard VI. von Nellenburg, der für seine Gefolgschaft gegenüber Heinrich III. auf dessen Italienfeldzug 1046/47 belohnt wurde. 1105 wird Kaiser Heinrich IV. von seinem Sohn und Nachfolger Heinrich V. auf der Burg gefangengehalten und zur Abdankung gezwungen. Heinrich V. hatte unmittelbar zuvor den Hirsauer Abt Gebhard zum Bischof von Speyer berufen. Auch die Grafen von Nellenburg sind Anhänger der gregorianischen und Hirsauer Reform und damit Gegner Heinrichs IV.
In der Erbfolge geht das Lehen über Adalbert von Mörsberg auf die Grafen von Sponheim über. Nach einer Teilung verkauft Heinrich von Sponheim-Dannenfels die Burg an den Erzbischof von Mainz. Heinrichs Bruder Johann versucht, den Kauf rückgängig zu machen, was 1279 zu einer erbitterten Fehde, der Schlacht bei Sprendlingen, zwischen Sponheim und Mainz führt und zum endgültigen Verlust der Burg an das Kurstift Mainz.
Die Anlage wird nach mehreren Wechseln 1471 an die Kurpfalz abgetreten. 1688, am Beginn der Pfälzischen Erbfolgekriege, wird sie von französischen Truppen vollkommen zerstört.