Burgund
Landschaft im Zentrum Frankreichs und ehemals eigenständige französische Region
er Name Burgund ist seit der Völkerwanderung mit dem ostgermanischen Stamm der Burgunder verbunden. Die heutige Region entspricht weitgehend dem Herzogtum Burgund, das vom 10. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution bestand und sich in der Saônesenke bildete. Über mehr als 1500 Jahre war die Abgrenzung dieser historischen Region jedoch beweglich wie kaum eine andere europäische Region.
Seit dem Jahr 534 bezeichnete der Name Burgundia ein fränkisches Teilreich, das 843 im Vertrag von Verdun zwischen West- und Ostreich zerschnitten wurde. Im Osten entstand ein Gebiet um den Genfer See, aus dem 888 das Königreich Hochburgund hervorging. Im Westen entstand ein französisches Lehnsherzogtum, der Ausgangspunkt der heutigen Region. Die früheren karolingischen Gebiete Burgunds fielen mit dem Vertrag von Verdun als Lotharii Regnum an Kaiser Lothar I. 930 wurden die Königreiche Niederburgund und Hochburgund zum neuen Königreich Burgund vereinigt.
Von 1032 bis 1361 regierten die Kapetinger als Seitenlinie des französischen Königshauses das Herzogtum Burgund. 1363 ging es an Philipp II. den Kühnen über, der das Haus Burgund als Seitenlinie der Valois begründete. Dieses Haus dehnte sein Gebiet aus, sodass ein Zwischenreich zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich entstand, mit dem alten Herzogtum und zeitweise der Freigrafschaft im Süden und den Niederlanden im Norden. Nach dem Tod Karls des Kühnen in den Burgunderkriegen 1477 wurde dieser Herrschaftskomplex aufgeteilt. Durch die Heirat Maximilians mit Maria von Burgund sicherte sich das Haus Habsburg Flandern und die Freigrafschaft, während das Herzogtum selbst von der französischen Krone als Mannlehen eingezogen wurde und während des gesamten Ancien Régime nicht wieder verliehen wurde, aber als Provinz mit eigenem Parlement selbstverwaltet blieb.