Cheb
Stadt im Bezirk Cheb, Tschechien
ger wurde 1061 erstmals urkundlich als Egire erwähnt, die Burg entstand möglicherweise schon im beginnenden zehnten Jahrhundert. 1167 kam Eger in den Besitz des staufischen Kaisers Friedrich Barbarossa und wurde schon vor 1179 zur Stadt erhoben. König Friedrich II. unterzeichnete dort 1213 die Goldbulle von Eger, die die Rechtsstellung der Bischöfe des Reiches stärkte. 1242 erhielt Eger Nürnberger Stadtrecht, 1277 wurde es Reichsstadt. Nach dem Aussterben der Staufer 1268 kam Eger unter böhmische Hoheit. 1322 verpfändete Ludwig der Bayer die Stadt für 20.000 Mark Silber an den böhmischen König Johann, wobei ihr weitgehende Eigenständigkeit und der Erhalt ihrer Reichsstadt-Stellung zugesichert wurden. Dieser Status wurde jedoch in einem langen Prozess ausgehöhlt. Das Reichspfand wurde nie eingelöst, sodass in der Literatur von der Reichspfandschaft Eger gesprochen wird. Nachdem Karl IV., Sohn Johanns, die Kronen Böhmens und des Reiches vereinigt hatte, bestand für eine Einlösung kein Grund mehr.
In den Hussitenkriegen kämpfte die katholische Stadt Eger auf Seiten der antihussitischen Koalition und nahm an allen Kreuzzügen gegen die Hussiten teil. 1430 geriet die Stadt in Gefahr, als die Hussiten auf dem Rückweg von Nürnberg Teile der Stadtmauern zerstörten, sich aber durch Zahlung einer hohen Summe abwenden ließen. Da sich die jüdische Gemeinde nicht an der Stadtverteidigung beteiligte, verwies König Sigismund die Juden auf Beschwerde des Rates aus der Stadt. 1459 wurde in Eger der Vertrag über die Grenze zwischen Böhmen und dem Kurfürstentum Sachsen geschlossen. Später schloss sich Eger der lutherischen Reformation an und geriet unter Druck Kaiser Rudolfs II., 1609 wurde die Religionsfreiheit versagt, 1626 die böhmische Gegenreformation durchgeführt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 1634 Albrecht von Wallenstein in Eger ermordet. 1647 wurde die Stadt von den Schweden belagert und eingenommen, kaiserliche Truppen unter Jan van der Croon blockierten daraufhin die schwedische Besatzung unter Johann Koppy über den Winter.
Die Kirche St. Nikolaus wurde im 13. Jahrhundert als dreischiffige Basilika errichtet, wovon das Westportal und der untere Turmteil erhalten blieben. 1258 bestätigte Konradin die Schenkung der Kirche an den Deutschen Orden, die von seinem Großvater Friedrich II. und seinem Vater Konrad IV. getätigt worden war. Der Orden richtete dort die Deutschordenskommende Eger ein. 1627 kam die Kommende an den Johanniterorden, der sie 1692/96 an die Stadt Eger verkaufte. Nach dem Brand von 1742 wurden zwei Türme mit Barockkuppeln nach einem Entwurf Balthasar Neumanns errichtet, die 1945 bei einem Fliegerbombenangriff abbrannten. Die gotische Franziskanerkirche mit Kloster wurde 1285 unter Teilnahme von Rudolf I. geweiht, nachdem ein Vorgängerbau beim Stadtbrand 1270 abgebrannt war.