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Chur

Schweizer Stadt und Hauptort des Kantons Graubünden

m 9. Jahrhundert unterstand Chur Kaiser Ludwig dem Frommen. Im 10. Jahrhundert trafen Einfälle das Reich: 925/926 zerstörten Magyaren die Kathedrale, um 936 plünderten Sarazenen aus Fraxinetum die Stadt, zwischen 952 und 954 folgten weitere Angriffe. Später kam Churs Lage an einer wichtigen Nord-Süd-Route zum Tragen, mit Verzweigungen zu Julier, Septimer, Splügen und San-Bernardino-Pass, die für die römisch-deutschen Kaiser bedeutsam wurden. Otto der Grosse setzte 951 seinen Vasallen Hartpert als Bischof ein und stattete das Bistum 958 mit umfangreichen Rechten aus.

1367 gründeten die Bürger den Gotteshausbund als Schritt zur Selbstverwaltung. Eine erste Stadtordnung entstand, 1413 wird erstmals ein Bürgermeister erwähnt. Zwischen 1418 und 1422 stürmten die Churer mehrmals die bischöfliche Residenz und erzwangen Zugeständnisse vom Stadtherrn, der oft als Erfüllungsgehilfe des Hauses Habsburg auftrat. Am 27. April 1464 zerstörte ein Brand grosse Teile der Stadt; deutschsprachige Handwerker besorgten den Wiederaufbau und blieben, was die deutsche Sprache stärkte. Sie schlossen sich in Zünften zusammen. Der Stadtschreiber Johannes Gsell bat Kaiser Friedrich III. um Hilfe, der die alten Rechte bestätigte und die Stadt fast vollständig von der bischöflichen Herrschaft befreite. Die neue Verfassung beruhte auf fünf Zünften.

1512 erhielt die Stadt von Papst Julius II. ein Juliusbanner für Dienste im Grossen Pavier Feldzug von 1508 bis 1510. Ab 1523 schloss sich Chur der Reformation an, nachdem der Bischof unter anderem Zoll, Münz- und Jagdrecht behalten hatte. 1527 wurde in der Martinskirche und der Regulakirche die katholische Messe abgeschafft. Dennoch blieb der Sitz des katholischen Bistums in Chur. Im 16. Jahrhundert vollzog sich der Übergang vom Rätoromanischen zum Deutschen als Umgangssprache. Trotz Stadtbränden 1464 und 1574 erlebte Chur wirtschaftlichen Aufschwung, bis die Bündner Wirren des Dreissigjährigen Krieges mit Zerstörung, Seuchen und Misstrauen einen schweren Rückschlag brachten.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel ChurVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270705548redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Adrian Michaelentstanden 2010CC BY-SA 3.0Quelle