Clemens II.
Papst (1046–1047)
uitgers adlige Herkunft und seine Stellung beim Erzbischof von Hamburg-Bremen ebneten ihm den Weg zu einer kirchlichen Karriere im königlichen Dienst. 1035 wurde er als Kaplan in die Hofkapelle Kaiser Konrads II. aufgenommen. Konrads Sohn König Heinrich III. ernannte Suitger 1040 zum Bischof von Bamberg. Am 28. Dezember 1040 weihte ihn der Mainzer Metropolit Bardo in Anwesenheit des Königs in Münster in Westfalen zum Bischof. Um 1045 gründete Bischof Suitger das Kloster Theres.
Nach der Synode von Sutri im Dezember 1046 setzte König Heinrich III. auf seiner Italienreise drei gleichzeitig amtierende Päpste ab: Gregor VI., Benedikt IX. und Silvester III. Seinen Begleiter Suitger ernannte der Kaiser zum neuen Kirchenoberhaupt, nachdem sein Wunschkandidat Adalbert von Bremen die Würde ausgeschlagen hatte. In einer Folgesynode am 24. Dezember 1046 in St. Peter in Rom wurde Suitger zum Papst gewählt. Am Weihnachtstag 1046 vollzog er als erste Amtshandlung die Kaiserkrönung von Heinrich III. und Agnes von Poitou. Sein Bamberger Bistum behielt der neue Papst bei. Er nannte sich Clemens nach dem heiligen Clemens von Rom. Im Fokus der Kirchenreform stand der Kampf gegen Priesterehe und Simonie. Clemens stand in Briefwechsel mit Petrus Damiani. Bei seiner ersten Papstsynode im Januar 1047 initiierte er von der Reformpartei befürwortete Maßnahmen. Da sein Pontifikat nur zehn Monate dauerte, konnte er kaum nachhaltige Anstöße geben. Eine wirksame Kurienreform setzte erst unter seinem Nachfolger Leo IX. ein.
1047 unternahm Clemens II. eine Reise über die Alpen. Am 9. Oktober 1047 starb der Papst auf der Reise im Kloster San Tommaso in Foglia bei Montelabbate. Schon unter Zeitgenossen kursierten Gerüchte, er sei von Gegnern in Italien vergiftet worden. Lange wurde vermutet, der abgesetzte Benedikt IX. könnte der Anstifter des Mordes gewesen sein. Eine Untersuchung der sterblichen Überreste im Jahr 1958 konnte den Verdacht nicht bestätigen, doch sein Biograph Georg Gresser kam 2007 zu dem Schluss, eine Ermordung erscheine aus historischer Perspektive wahrscheinlich. Benedikt IX. bestieg nach Clemens' Tod erneut den Thron und wurde zum dritten Mal Papst, wurde aber bald von seinen Gegnern vertrieben.
Gemäß seinem Willen wurde Clemens, der seinen Bischofssitz als Papst nicht aufgegeben hatte, im Bamberger Dom beigesetzt. Sein Grab ist das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen. Die Überführung der Leiche geschah noch im ursprünglichen Sarg. Sein letzter Wille, nach Bamberg überführt zu werden, wurde wohl bereits vor dem Besuch von Papst Leo IX. in Bamberg im Jahr 1052 erfüllt. Bei diesem Besuch stattete Leo Bamberg aufgrund des Papstgrabes mit besonderen Vorrechten aus, die den Bestand des 1007 von Heinrich II. gegründeten Bistums langfristig sicherten.