Halberstadt
Kreisstadt im Harzvorland, Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Bischofssitz unter Karl dem Großen
er Ort trug ursprünglich den Namen Halwerstidde, dessen Herkunft nicht endgültig geklärt ist. Durch Karl den Großen wurde der Missionsstützpunkt im Jahr 804 zum Bischofssitz erhoben. Der karolingische Dom wurde bereits 859 geweiht. Bischof Hildeward von Halberstadt, der von 968 bis 996 amtierte, erhielt 989 von König Otto III. das Markt-, Münz- und Zollrecht sowie den Blut- und Heerbann, also die weltliche Gewalt im Harzgau über die Bewohner des Ortes. In diese Zeit fällt auch der Baubeginn des ersten Doms, der 992 eingeweiht wurde.
Wallenstein und das Ende des Hochstifts
1606 nahm Herzog Heinrich Julius die Juden wieder in seinen Schutz, doch die 1621 erbaute erste Synagoge wurde bei einer Revolte gegen jüdische und christliche Wechsler zerstört. 1625 und 1629 ließ Albrecht von Wallenstein seine Truppen die Stadt besetzen; der kaiserliche Oberfeldherr machte Dom und Liebfrauenstift mit Hilfe des Restitutionsedikts kurzfristig wieder katholisch und weilte am 18. Januar 1630 persönlich in Halberstadt. Im Zuge des Friedensschlusses von 1648 wurde das Hochstift Halberstadt ein protestantisches Herzogtum und Teil Brandenburg-Preußens. 1650 kam Kurfürst Friedrich Wilhelm nach Halberstadt und erließ für die dortigen Juden ein Privilegium, wonach sie gegen ein jährliches Geleitgeld von acht Talern in der Stadt bleiben konnten.
Garnisonstadt über Jahrhunderte
Von 1623 bis 1994 war Halberstadt 372 Jahre lang fast ununterbrochen Garnisonstadt. Von 1815 bis 1919 lag hier die Garnison der Halberstädter Kürassiere, des Kürassier-Regiments von Seydlitz. Prominentester Angehöriger dieses Regiments war der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck, der oft dessen Uniform trug und in dieser auch auf Anton von Werners Gemälde der Proklamierung des deutschen Kaiserreiches vom 18. Januar 1871 erscheint. Vor und im Ersten Weltkrieg wurden südlich der Stadt ein Fliegerhorst mit Fliegerschule sowie 1913 die Halberstädter Flugzeugwerke angelegt, beides musste nach dem Krieg demontiert werden. In der Weimarer Republik waren in Halberstadt der Regiments-Stab und das Ausbildungs-Bataillon des 12. Infanterie-Regiments der Reichswehr stationiert.