Hochstift Bamberg
geistliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
raf Heinrich von Schweinfurt unterstützte Heinrich II. bei der Königswahl 1002, wurde aber nach der Schweinfurter Fehde 1003 besiegt. Aus seinem verlorenen Herrschaftsbereich bildete Heinrich II. den Kern des Bistums Bamberg, das 1007 von Papst Johannes XVIII. bestätigt wurde. Es stand weltlich unter dem Schutz des Königs, geistlich unter dem des Papstes. Der zweite Bischof, Suidger, wurde 1046 als Clemens II. Papst. Bischof Rupert wurde 1076 wegen seiner Haltung gegen Gregor VII. mit dem Bann belegt. Der 15. Bischof, Ekbert von Andechs, geriet 1208 in Verdacht, an der Ermordung König Philipps beteiligt gewesen zu sein, floh zu König Andreas von Ungarn und wurde erst 1214 wieder eingesetzt. Sein Nachfolger Poppo wurde 1242 von Kaiser Friedrich II. wegen Vergeudung der Kirchengüter entsetzt.
Georg III. Schenk von Limpurg ließ 1507 die Bamberger Halsgerichtsordnung herausgeben, die der Gerichtsbarkeit ein verbindliches Regelwerk zur Folter gab und einen Fortschritt im weiterhin die Folter tolerierenden Prozessrecht darstellte. Er war Ratgeber Kaiser Maximilians I. und korrespondierte mit Martin Luther. 1552/53 besetzte Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach Teile des Hochstifts. Johann Gottfried I. von Aschhausen rief 1610 die Jesuiten nach Bamberg und setzte die Gegenreformation durch. Unter Johann Georg II. Fuchs von Dornheim kam es zu einer Welle der Hexenverfolgung, bei der zwischen 1626 und 1630 der gesamte Stadtrat Bambergs hingerichtet wurde. Auf dem Regensburger Kurfürstentag 1630 wurde die Herausgabe der Akten verlangt. Dornheim floh 1631 vor den Schweden nach Kärnten, wo er starb.
Bamberg war von 1595 bis 1633 ein Kerngebiet der Hexenverfolgung. Unter den Fürstbischöfen Johann Gottfried I. von Aschhausen und Johann Georg II. Fuchs von Dornheim nahmen die Verfolgungen große Ausmaße an. Bei den Wellen 1612/1613 und 1617/1618 starben 300 Personen auf den Scheiterhaufen, allein 1617 wurden 102 Menschen hingerichtet. Bekannteste Opfer waren Dorothea Flock und Bürgermeister Johannes Junius, die im August 1628 gefoltert wurden. Ein Hexentraktat von 1629 berichtet von 236 Verbrennungen zwischen 1625 und 1630. Nach Quellenforschung der Stadt Bamberg starben insgesamt an die 900 Menschen.