Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Córdoba (Spanien)

Stadt in Andalusien, Spanien

ie Siedlung geht auf den iberischen Ort Karta Tuba zurück und hatte unter karthagischer Herrschaft Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. große wirtschaftliche Bedeutung. 169 v. Chr. besetzten die Römer den Ort. 152 v. Chr. gründete Marcus Claudius Marcellus hier die römische Stadt Corduba. Die Stadt gehörte zunächst zur Provinz Hispania ulterior und diente zeitweilig als deren Hauptstadt. Während seines Kriegs gegen Pompeius zwischen 49 und 45 v. Chr. hielt Gaius Iulius Caesar hier 49 v. Chr. eine Versammlung ab, später kam es zu Meutereien und Kämpfen um die Stadt. Nach der Schlacht von Munda nahm Caesar die Stadt ein. Unter Augustus wurde Corduba Hauptstadt der Provinz Hispania baetica und führte den Namen Colonia Patricia. Augustus siedelte hier Veteranen der Legio V Alaudae und Legio X Gemina an.

711 nahmen die Mauren die Stadt ein und zerstörten sie größtenteils. Ab 716 war sie zeitweise Sitz der Statthalter von al-Andalus, ab 756 Hauptstadt des umayyadischen Emirats von Córdoba, im 10. Jahrhundert wurde das Kalifat von Córdoba errichtet. In dieser Zeit lebten etwa 110.000 Menschen in der Stadt, die zu den größten der Welt zählte, mit gepflasterten, nachts beleuchteten Straßen, fließendem Wasser und 1600 Hamams. Christen, Juden und Muslime lebten meist friedlich zusammen, wobei Christen und Juden als Dhimmis eingeschränkte Rechte hatten und die Dschizya zahlen mussten. Nach dem Untergang des Kalifats folgten die Herrschaft der Dschahwariden ab 1031, der Abbadiden ab 1069, der Almoraviden nach 1091 und der Almohaden ab 1148. 1236 eroberten christliche Truppen unter Ferdinand III. die Stadt. Die 1350 erbaute Synagoge war Herzstück der Judería bis zur Vertreibung der Juden 1492. Der Übergang unter christliche Kontrolle beschleunigte den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt.

Die Mezquita-Catedral ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt und wurde ab 784 als Moschee errichtet und mehrfach erweitert. Mit 23.000 m² Ausdehnung wäre sie heute die drittgrößte Moschee der Welt. Etwa 860 Marmorsäulen tragen übereinanderliegende Bögen. Die um 960 von al-Hakam II. erbaute Mihrab gilt als bedeutendste Gebetsnische maurischer Herkunft. 1236, im Jahr der Rückeroberung, wurde die Moschee zur christlichen Kathedrale geweiht. Ab 1523 wurde über 234 Jahre ein Kirchenschiff im Renaissancestil eingebaut. Die Puente Romano über den Guadalquivir wurde nach der Schlacht von Munda 45 v. Chr. von den Römern errichtet und im 10. Jahrhundert von den maurischen Kalifen erneuert. Die Torre de la Calahorra wurde im Mittelalter als Wachturm erbaut und beherbergt heute ein Museum zum religiösen Zusammenleben in der Kalifatszeit.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Córdoba (Spanien)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270043520redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Jose María Ligero Loarteentstanden 2023CC BY-SA 4.0Quelle