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Corvey

deutsches Kloster und Schloss in Höxter, heute Museum und UNESCO-Welterbe

ach der Eroberung Sachsens wollte Karl der Große die Christianisierung des neu gewonnenen Gebiets durch ein Reichskloster festigen. Sein Tod verzögerte die Umsetzung. Die Halbbrüder Adalhard, Abt von Corbie an der Somme, und Wala, ein Vetter Karls des Großen, gründeten mit Zustimmung Ludwigs des Frommen 815 oder 816 als Nova Corbeia das erste Kloster im Land der Sachsen in Hethis, zunächst als Propstei von Corbie. Die ersten Mönche kamen von dort. Der Ort Hethis lässt sich bis heute nicht genau lokalisieren, verschiedene Quellen vermuten ihn in der Nähe von Neuhaus im Solling oder unweit der Externsteine.

CorveyOrt auf der Karte 164851.7778 N, 9.4100 OAuf der Karte zeigen

Im Laufe der Zeit ließ die Klosterzucht nach. Mit Kaiser Heinrich II. begann die Zeit als Reformkloster. Er setzte 1015 unter dem Einfluss Meinwerks, des Bischofs von Paderborn, Abt Walo ab und setzte Druthmar aus dem Kloster Lorsch ein, der mit der Gorzer Reformbewegung verbunden war. Nur gegen harten Widerstand konnte er die Veränderungen durchsetzen, ein Großteil der Mönche verließ das Kloster, sodass nur neun Brüder blieben. In der Folge kamen weitere Äbte aus Lorsch oder Echternach. Unter Abt Markward orientierte sich Corvey teilweise an der Hirsauer Reform, allerdings ohne Unterstellung unter Hirsau, sondern mit einem Verbrüderungsvertrag beider Klöster.

Mit der Reformbewegung ging eine Abkehr vom salischen Königshaus und eine Hinwendung zum Lager Gregors VII. einher. Zur Zeit Warins II. war das Kloster noch Verhandlungsort zwischen Anhängern Heinrichs IV. und seinen sächsischen Gegnern, entwickelte sich aber zu einem Zentrum der Gregorianer. 1118 nahm das Kloster Theoger von Sankt Georgen auf, der später in Corvey vom Kardinallegaten Kuno von Praeneste zum Bischof von Metz geweiht wurde. In den Zusammenhang des Investiturstreits gehört die vom Kaiser 1065 verfügte vorübergehende Übereignung Corveys an Adalbert von Bremen, wobei die Pfarrzehnten im Bistum Osnabrück verloren gingen.

Im Zuge der Reichsreform kam Corvey 1500 zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis und wurde Territorium im Heiligen Römischen Reich. Der Abt hatte persönlich Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat des Reichstages, nicht bloß korporativ wie die meisten anderen reichsunmittelbaren Äbte. Die Reichsmatrikel legte fest, dass Corvey um 1522 zwei Reiter, neun Fußsoldaten und 120 Gulden für die Reichsarmee stellen musste. Um 1800 betrug die Fläche 275 Quadratkilometer mit zirka 10.000 Einwohnern. Corvey ging nacheinander in Nassau-Oranien 1803, Königreich Westphalen 1807, Preußen 1815 und dem Mediatfürstentum Corvey 1820 auf. Um 1500 begann unter Abt Franz von Ketteler mit dem Anschluss an die Bursfelder Kongregation eine innere Erneuerung.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel CorveyVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269885429redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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