Cremona
italienische Gemeinde
Von der Römerzeit zu den Kommunen
remona wurde 218 v. Chr. von den Römern als Vorposten gegründet und 190 v. Chr. mit 6000 neuen Siedlern verstärkt. 90 v. Chr. erhielt die Stadt wahrscheinlich die Rechte eines Municipiums. Nach der Zweiten Schlacht von Bedriacum im Jahr 69 wurde sie von den Truppen des zukünftigen Kaisers Vespasian eingenommen und zerstört, danach auf Anordnung Vespasians wieder aufgebaut, erlangte aber nie mehr ihren alten Wohlstand. Die Langobarden unter Agilulf zerstörten die Stadt 605 erneut, 615 wurde sie wieder aufgebaut und von langobardischen Herzögen regiert. Im 9. Jahrhundert erlangten die Bischöfe von Cremona erhebliche weltliche Macht. Die Kommune Cremona wird erstmals 1098 erwähnt, als sie das Territorium Isola Fulcheria von der Markgräfin Mathilde von Canossa als Lehen bekam und dieses in Kriegen gegen benachbarte Kommunen verteidigen musste.
Zwischen Kaiser und Kommunenbund
Im Krieg des Lombardenbundes gegen Friedrich Barbarossa war Cremona an der Zerstörung Cremas 1160 und Mailands 1162 beteiligt, trat dann dem Bund bei, nahm aber nicht an der Schlacht von Legnano teil. In den Auseinandersetzungen zwischen Ghibellinen und Guelfen stellte sich das kaisertreue Cremona auf die Seite der Ghibellinen und fügte Parma 1250 eine Niederlage zu. Nach 1266, im Zusammenhang mit dem Untergang der Staufer, kamen die Guelfen in Cremona an die Macht. 1311 rebellierte die Stadt gegen König Heinrich VII., ergab sich aber; auf dessen Befehl wurden ihr zahlreiche Rechte entzogen und die Stadtbefestigungen eingerissen. 1322 nahm Galeazzo I. Visconti die Stadt in Besitz.
Habsburger, Spanischer Erbfolgekrieg und das Ende der Fremdherrschaft
1406 fiel Cremona an Cabrino Fondulo, der Kaiser Sigismund und Papst Johannes XXIII. auf dessen Weg zum Konzil von Konstanz empfing, bevor er die Stadt 1419 an Filippo Maria Visconti übergab. 1535 kam Cremona zusammen mit der übrigen Lombardei an die Habsburger, ab 1544 zur spanischen Linie. Am 2. Februar 1702 griff Eugen von Savoyen im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges die französische Garnison überraschend an; irische Söldner in kaiserlichen Diensten wurden schließlich vertrieben, konnten aber Marschall Villeroi gefangen nehmen. 1707 eroberten österreichische Truppen die Stadt zurück. In der 1797 von Napoleon Bonaparte gegründeten Italienischen Republik war Cremona Hauptstadt eines Départements, kam 1814 wieder zu Österreich und wurde 1861 Teil des neuerrichteten Königreichs Italien.