Desiderius (König)
König der Langobarden (757-774)
esiderius stammte aus Brescia. Unter König Aistulf wurde er zunächst Marschall, später Statthalter der Toskana. Er verbündete sich mit Papst Stephan II. und Abt Fulrad, einem Diplomaten des Frankenkönigs Pippin des Jüngeren, denen ein schwacher Langobardenkönig recht war. Desiderius erhielt diplomatische und militärische Unterstützung gegen die Zusage, die Städte Faenza, Imola, Ferrara, Osimo, Ancona, Bologna und Numana dem Papst zu übergeben. Desiderius ließ sich zum König krönen.
Im Jahre 759 ernannte er seinen Sohn Adelchis zum Mitkönig, um die Nachfolge zu sichern. Er ging ein Bündnis mit Herzog Tassilo III. von Bayern ein, dem er um 764 seine Tochter Liutberga zur Frau gab. Aufgrund der vorübergehenden Schwäche des Frankenreiches wurde Desiderius der Schutzherr des Papstes. Karl der Große heiratete 770 eine Tochter des Desiderius, deren Name unbekannt ist. Nach dem Tode Karlmanns, des jüngeren Bruders Karls, im Jahr 771, floh Karlmanns Witwe Gerperga mit ihren Söhnen zu Desiderius nach Italien.
Nachdem Karl 772 seine langobardische Gemahlin verstoßen hatte, wurde Desiderius’ Hof zu einem Sammelpunkt der Opposition gegen den Frankenkönig. Der Langobardenkönig drängte Papst Hadrian I., die Söhne Karlmanns zu fränkischen Königen zu salben. Der Papst weigerte sich. Desiderius marschierte schließlich gegen Rom. Auf einen Hilferuf Hadrians überquerten die Franken im Sommer 773 die Alpen.
Desiderius verschanzte sich in Pavia. Am 4. Juni 774, nach gut neunmonatiger Belagerung, kapitulierte er und übergab die Stadt. Er wurde mit seiner Gemahlin ins Frankenreich deportiert, wo sie den Rest ihres Lebens in der Abtei Corbie in Klosterhaft verbrachten. Das langobardische Königtum ging auf Karl über, der sich in Pavia krönen ließ.