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Deutschland

Staat in Mitteleuropa

Von Karl dem Großen zum Reich

urch die Eroberungen Karls des Großen wurden weite Teile des heutigen Deutschlands um 800 erstmals in einem Herrschaftsgebiet zusammengefasst. Infolge der Teilungen des Fränkischen Reichs unter Karls Enkeln entstand im 9. Jahrhundert das Ostfrankenreich. Aus ihm ging das bis 1806 bestehende Heilige Römische Reich hervor. An dessen Stelle trat 1815 der Deutsche Bund, der sich aus lose miteinander verbundenen souveränen Staaten zusammensetzte.

Fränkische Grundlagen

Nach der Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen und Eroberungen in Italien, Nordspanien und im östlichen Grenzraum unter Karl dem Großen wurde das Vielvölkerreich neu organisiert. Zu Weihnachten 800 ließ sich Karl vom Papst in Rom zum Kaiser krönen und erhob damit Anspruch auf die Nachfolge des Römischen Reiches. Nach Karls Tod 814 führten Kämpfe unter seinen Nachkommen 843 im Vertrag von Verdun zur Dreiteilung in das Ostfrankenreich unter Ludwig dem Deutschen, das Westfrankenreich und Lotharingien. Im ostfränkischen Reich bildeten sich um 900 fünf große Herzogtümer heraus. Die Schlacht auf dem Lechfeld beendete 955 jahrzehntelange Ungarneinfälle und führte zu einem Prestigegewinn König Ottos, der 962 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde.

Das Reich bis 1806

951 nahm Otto I. die langobardische Königswürde an; dies verband das Regnum Teutonicum mit Reichsitalien. 1024 traten die Salier die Königsnachfolge an, die bis zum Ende des Mittelalters an eine Wahl durch Große des Reichs gekoppelt blieb. Die Frage, wer Bischöfe einsetzen durfte, führte zum Investiturstreit, zum Gang nach Canossa 1077 und zum Wormser Konkordat 1122. Mit dem Tod von 1250 brach die staufische Königsherrschaft zusammen, das folgende Interregnum vergrößerte die Macht der Fürsten. Die Wahl des Königs durch ein Kollegium von Kurfürsten wurde durch die Goldene Bulle 1356 verbindlich festgeschrieben; bis zu seinem Ende 1806 blieb das Reich formal eine Wahlmonarchie. Kaiser Maximilian I. betrieb eine umfassende Reichsreform, die Reichstag, Gerichtsbarkeit, Ewigen Landfrieden und Reichskreise stärkte. 1517 stieß Martin Luther die Reformation an. Der Augsburger Religionsfrieden 1555 schuf einen vorläufigen Ausgleich. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 endete mit dem Westfälischen Frieden, der die Territorien gegenüber dem Kaiser stärkte. 1806 legte der letzte Kaiser Franz II. die Krone nieder.

Woher der Name kommt

Die Bezeichnung Deutschland wird seit dem 15. Jahrhundert verwendet; in der Frankfurter Übersetzung der Goldenen Bulle um 1365 heißt es Dutschelant. Gemeint waren Länder mit einer Führungsschicht, die sich auf den Herrschaftsanspruch des Ostfränkischen, ab dem 10. Jahrhundert des Heiligen Römischen Reiches bezog. Das Reich erhielt mehrere Namenszusätze: heilig seit Mitte des 12. Jahrhunderts, römisch seit Mitte des 13. Jahrhunderts, dazu zeitweise deutscher Nation. Erst im 16. Jahrhundert kam die Bezeichnung Teutschland auf, die bald mit dem Reich gleichgesetzt wurde.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel DeutschlandVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270373456redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: dronepicrentstanden 2019CC BY 2.0Quelle