Dinkelsbühl
Große Kreisstadt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken
m 1130 erfolgte die erste Stadtanlage Dinkelsbühls, die als Kernstadt oder innere Altstadt bezeichnet wird. Sie diente als Stützpunkt und Bindeglied zwischen den staufischen Hausgütern, während Staufer und Welfen um die deutsche Krone rangen. Man vermutet an der Wörnitzfurt eine Vorgängersiedlung um einen karolingischen Königshof, gegründet um 730. Das umliegende Keuperwaldgebiet wurde vermutlich im 8. Jahrhundert im Zuge der fränkischen Landnahme besiedelt. Die eiförmige, verteidigungsgünstige damalige Stadtmauer ist noch heute im Stadtbild erkennbar, ebenso die vorgelagerten Straßenzüge vor dem staufischen Stadtgraben.
Nach der Stauferzeit und der kaiserlosen Zeit beginnt die mittelalterliche Reichsstadtzeit. König Rudolph I. übernimmt 1274 das Staufererbe Dinkelsbühl, das an die Herzöge von Baiern gefallen war, als Stadt des Reiches. Dinkelsbühl erhält die Reichsunmittelbarkeit und steigt zum Stadtstaat auf. Bürgermeister und Rat erkämpfen Schritt für Schritt Wehrhoheit, Finanz- und Gerichtshoheit sowie Autonomie. Ab 1360 belebt eine achttägige Messe das Handwerk, überregional bedeutend sind Wollgewerbe und Sensenschmiede, dazu Fischzucht und Schmalzgeschäft. 1387 erzwingen die Handwerker im Fastnachtsaufstand die Mitherrschaft und wandeln die Oligarchie wohlhabender Familien in eine Stadtrepublik um.
Während des Dreißigjährigen Krieges wechselten sich katholische kaiserliche und evangelische schwedische Truppen mehrmals als Besatzer ab. Die Stadt blieb von größeren Beschädigungen verschont, litt jedoch schwer unter den Kriegszahlungen. Das Dinkelsbühler Volksfest Kinderzeche spielt Ereignisse des Jahres 1632 nach.
1802 verlor Dinkelsbühl die reichstädtische Selbständigkeit und wurde Teil des Kurfürstentums Bayern. 1804 wurde die Stadt durch Tausch in das preußische Verwaltungsgebiet Ansbach-Bayreuth eingegliedert, dessen Vorgängerterritorien zum Fränkischen Kreis gehört hatten. 1806 wurde Dinkelsbühl zusammen mit Ansbach-Bayreuth von Bayern annektiert, das durch die Kollaboration mit Napoleon zum Königreich Bayern aufstieg. Bei der Einteilung Bayerns in Regierungsbezirke nahm man Bezug auf die früheren Reichskreise. Dinkelsbühl kam wegen des ansbachischen Intermezzos von 1804 bis 1806 zum Rezatkreis, obwohl es jahrhundertelang politisch zu Schwaben gehört hatte. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1809 der Steuerdistrikt Dinkelsbühl gebildet.