Donauwörth
Stadt in Bayern, Deutschland
Mittelalter
m 500 entstanden erste Siedlungskerne im heutigen Ried. Zur Vorbereitung der Schlacht auf dem Lechfeld 955 wurde die erste Brücke über die Donau errichtet. 1049 weihte Papst Leo IX. das Kloster Heilig Kreuz. 1193 erhob Kaiser Heinrich VI. Werd zur Stadt, die bis zur Reichsacht 1607 Schwäbischwerd hieß. Von 1178 bis 1266 war die Stadt Reichslehen der Staufer, die sie 1266 an das Herzogtum Bayern verpfändeten. Der einköpfige Stauferadler blieb bis 1530 im Wappen, dann wurde er durch den Reichsadler ersetzt. 1256 ließ Herzog Ludwig II. seine Frau Maria von Brabant in der Stadt enthaupten. 1301 wurde die Stadt Reichsstadt, 1376 wurde der Schwäbische Städtebund gegründet, nachdem Kaiser Karl IV. die Stadt wegen Schulden an Gläubiger abtreten musste.
Neuzeit
Der Rat der Stadt unterstützte die Reformation und unterzeichnete 1577 die lutherische Konkordienformel. Nach dem Kreuz- und Fahnengefecht am Markustag 1606 kam die Stadt 1607 unter Reichsacht und wurde von Herzog Maximilian von Bayern in bayerischen Pfandbesitz umgewandelt. Diese Reichsexekution geschah gegen geltendes Reichsrecht, da Donauwörth zum schwäbischen Reichskreis gehörte. Als Reaktion schlossen sich die protestantischen Reichsstände 1608 zur Protestantischen Union zusammen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt am 7. April 1632 von einem schwedischen Heer unter König Gustav II. Adolf erobert. 1633 trafen sich hier zwei schwedische Heere mit zusammen etwa 25.000 Mann unter Bernhard von Sachsen-Weimar und Gustaf Horn, deren Fußvolk sich auf dem Schellenberg verschanzte.
Wappen
Donauwörth wurde um 1180 Stadt. Die ältesten erhaltenen Stadtsiegel von 1268 und 1272 zeigen einen Reichsadler ohne Brustschild. In den Siegeln von 1277 bis 1529 blieb der Adler ohne Brustschild, mit Blumenmotiven aus Gefieder und Krallen. Seit 1433 setzte sich der Doppeladler als kaiserliches Symbol durch, und Reichsstädte mit einköpfigem Adler wollten diesen ebenfalls führen. Donauwörth erhielt ihn 1530 mit dem Wappenbrief von Kaiser Karl V. Der Buchstabe W im Brustschild steht für die Reichspflege Wörth. Von 1818 bis 1836 führte die Stadt ein anderes Wappen, in dem der Doppeladler als Symbol des Alten Reichs durch den bayerischen Löwen ersetzt wurde.