Maximilian I. (Bayern)
Herzog und Kurfürst von Bayern
aximilian war Sohn Herzog Wilhelm V. von Bayern und Renata von Lothringens. Seine Schwester Maria Anna heiratete Kaiser Ferdinand II., seine Schwester Magdalena Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Ab 1587 studierte er an der jesuitisch geprägten Universität Ingolstadt gemeinsam mit seinem Cousin Erzherzog Ferdinand von Steiermark, dem späteren Kaiser Ferdinand II. Danach reiste er an den kaiserlichen Hof nach Prag, nach Rom und an italienische Höfe sowie nach Nancy, um um seine künftige Frau zu werben. Am 6. Februar 1595 heiratete er in Nancy Elisabeth von Lothringen, eine Ehe, die kinderlos blieb.
1594 wurde Maximilian Vorsitzender des geheimen Rates, ein Jahr später Mitregent, und 1597 dankte sein Vater endgültig zu seinen Gunsten ab. Als Regent trieb er tiefgreifende Reformen voran, um dem hoch verschuldeten Land wieder Handlungsfähigkeit zu verschaffen. Er stärkte die herzogliche Macht im Sinn des Frühabsolutismus, verstärkte die Kontrolle über Verwaltung und Rechnungswesen, etwa durch die Rentmeisterinstruktion von 1613, und entwickelte 1616 das Rechtswesen durch eine neue Landrecht-, Polizei-, Gerichts- und Malefizordnung weiter. Nach den Landtagen von 1605 und 1612 fanden keine allgemeinen Landtage mehr statt, stattdessen bestand nur noch ein Ausschuss zur Steuerbewilligung. Auch die Rechte der Bürger in den Städten wurden zu Gunsten des Staates beschnitten.
Maximilians persönliche Religiosität prägte seine Politik. 1616 ließ er die Bronzefigur „Patrona Bavariae“ an der Münchner Residenz anbringen. Er versuchte, den Protestantismus aus Bayern zu vertreiben, und stellte in der Oberpfalz die protestantischen Einwohner vor die Wahl zwischen Bekehrung und Auswanderung. Mit Verordnungen zwang er seine Untertanen zu strengen sittlichen Vorgaben. 1611 zwang er mit Gewalt den Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zum Amtsverzicht. 1601 initiierte er das erfolglose Regensburger Religionsgespräch zwischen katholischen und protestantischen Gelehrten. Es gelang ihm, seinem Bruder Ferdinand von Bayern das Erzbistum Köln zu verschaffen.
Nach Beginn des Böhmischen Aufstandes schloss Maximilian am 8. Oktober 1619 im Namen der Liga einen Vertrag mit Ferdinand II. und stellte eine Armee von 30.000 Mann. Am 8. November 1620 besiegte ein von Bayern faktisch geführtes Heer auf dem Weißen Berg bei Prag die böhmischen Protestanten unter Friedrich V. Anschließend nahm Maximilian die Oberpfalz ein und eroberte mit spanischer Hilfe die Kurpfalz. Auf dem Regensburger Fürstentag 1623 erhielt er dafür die Kurwürde auf Lebenszeit. Zwischen 1623 und 1629 besetzten die Truppen der Liga unter Tilly und die kaiserliche Armee unter Wallenstein fast ganz Norddeutschland. Die Oberpfalz ließ Maximilian rekatholisieren, 1628 wurde der Katholizismus dort zur alleinigen Konfession erklärt.