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Friedrich V. (Pfalz)

Kurfürst der Pfalz, König von Böhmen (1619–1620)

riedrich wurde als Sohn des pfälzischen Kurfürsten Friedrich IV. und der Prinzessin Luise Juliane von Nassau-Oranien geboren, entweder im Jagdschloss Deinschwang oder in Amberg. An seiner Taufe in Amberg nahmen viele in- und ausländische Fürsten und Diplomaten teil. Weil die Residenzstadt Heidelberg von Pestwellen betroffen war, verbrachte er die ersten Jahre in der Oberpfalz und kam erst später nach Heidelberg. Der calvinistische Glaube der pfälzischen Wittelsbacher stand im Gegensatz zur katholischen Linie unter Herzog Maximilian I. in München. Wegen verwandtschaftlicher und religiöser Gründe schickte man Friedrich an den Hof nach Sedan, wo auch König Heinrich IV. von Frankreich ihn gerne gesehen hätte. Dort erhielt er bei dem Theologen Daniel Tilenius eine streng calvinistische Ausbildung, die eine Solidarität der protestantischen Fürsten predigte.

Böhmen war seit 1526 eine von Habsburgern regierte Wahlmonarchie und geriet zu Beginn des 17. Jahrhunderts in eine tiefe Krise. Die Landstände wollten ihre Macht nicht durch die Habsburger einschränken lassen, und im evangelischen Adel wuchs Widerstand gegen die Rekatholisierung unter Kaiser Rudolf II. 1609 erzwangen die Protestanten den Majestätsbrief und damit Religionsfreiheit. Schon damals gab es Kontakte böhmischer Adliger zur Protestantischen Union, und Dietrich von Winterfeld beschäftigte sich mit dem Gedanken an die böhmische Krone für Friedrich. Nach dem Tod Rudolfs II. und im Zuge Friedrichs Heiratsplänen entstanden konkrete Überlegungen zu einer Bewerbung. Man hoffte am Heidelberger Hof, Kurfürst Johann Georg von Sachsen werde die Habsburger verlassen und Friedrich unterstützen, eine Annahme, die sich als völlig unbegründet erwies. Zunächst gewann jedoch der Habsburger Matthias 1611 die böhmische und kurz darauf die römische Krone.

Am 26. August 1619 wurde Friedrich von der Böhmischen Konföderation zum ersten böhmischen König gewählt. Von seiner Wahl erfuhr er am 29. August in Amberg. Zwei Tage später wurde Ferdinand II. zum Kaiser gewählt, auch mit den Stimmen der protestantischen Kurfürsten aus Sachsen und Brandenburg. Um Einstimmigkeit zu erreichen, zogen die pfälzischen Gesandten ihre Stimme für Maximilian von Bayern zurück und votierten ebenfalls für Ferdinand. Damit hatte das Kurfürstenkollegium eine erneute Königswahl in Böhmen faktisch als illegal anerkannt, was Friedrich im Reich in eine schwache Position brachte. Seine Hofräte in Frankfurt rieten ihm, die böhmische Krone nicht anzunehmen.

Gustav Adolf starb am 16. November 1632 in der Schlacht bei Lützen, fast zur gleichen Zeit hatte sich England endlich entschlossen, Friedrich Hilfe zu leisten. Doch dies nützte ihm nicht mehr, denn seit Anfang Oktober plagte ihn eine Infektion. Am Morgen des 29. November 1632 starb Friedrich im Kurfürstlichen Schloss in Mainz, ein herbeigerufener Arzt diagnostizierte ein pestilentes Fieber. Da sein ältester noch lebender Sohn Karl Ludwig minderjährig war, wurde sein Bruder Ludwig Philipp von Pfalz-Simmern als Administrator der Kurpfalz eingesetzt. Die Eingeweide wurden in Oppenheim beigesetzt, der Leichnam über Frankenthal, Kaiserslautern und Metz schließlich 1637 nach Sedan gebracht. Wo die Gebeine Friedrichs ihre letzte Ruhestätte fanden, ist unbekannt.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Friedrich V. (Pfalz)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 266391230redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Gerrit van Honthorstentstanden 1634Public domainQuelle