Schlacht am Weißen Berg
Auseinandersetzung des Dreißigjährigen Krieges
m die Mittagszeit des 8. November 1620 setzte sich der rechte Flügel der kaiserlichen Truppen in Bewegung, spanische Kavallerie und wallonische Infanterie griffen den linken Flügel des böhmischen Heeres an. Teile des böhmischen Heeres begannen zu fliehen, andere unter Christian II. von Anhalt konnten die spanische Kavallerie zunächst abwehren. Tilly befahl der italienischen und polnischen Kavallerie die Attacke, die die ungarisch-böhmische Kavallerie in die Moldau trieb, wo viele ertranken. Nach kaum einer Stunde war die Schlacht entschieden. König Friedrich war zur Zeit des Angriffs nach Prag geeilt, um Geld für seine Truppen zu erbitten und den Abgesandten des englischen Königs Jakob I. zu empfangen. Als er zurückreiten wollte, traf er am Stadttor auf fliehende Soldaten und seinen Kanzler Christian von Anhalt, der ihm die Niederlage mitteilte. Friedrich tauchte in der Prager Altstadt unter und setzte sich am folgenden Tag nach Breslau ab.
Nach der Niederlage floh Friedrich V. ins Exil und behielt den Spottnamen Winterkönig. 61 Anführer und Unterstützer der böhmischen Seite wurden gefangen genommen, 27 Standesherren am 21. Juni 1621 auf dem Altstädter Ring exekutiert. Über Friedrich V. und Christian I. von Anhalt-Bernburg wurde die Reichsacht verhängt. Die Schlacht öffnete in den österreichischen und böhmischen Ländern den Weg zur Rekatholisierung und zum Absolutismus. Die 1627 erlassene Verneuerte Landesordnung entmachtete die böhmischen Stände weitgehend. Tausende protestantische Böhmen flohen als Exulanten nach Deutschland. Die gebildete Schicht des tschechischen Volkes wechselte zur deutschen Sprache, das Tschechische musste später in der Wiedergeburtsbewegung revitalisiert werden.
Einer Legende zufolge trat der Karmelit Dominicus a Jesu Maria mit einem geschändeten Bildnis der Heiligen Familie aus dem geplünderten Schloss Strakonice ins kaiserliche Heerlager. Dies soll die Truppen so erbittert haben, dass sie mit dem Ruf Santa Maria den Berg im Sturm nahmen, wodurch das böhmische Heer überrumpelt wurde und floh. Am 8. Mai 1622 wurde das Bildnis in die Kirche der Unbeschuhten Karmeliter in Rom gebracht, die daraufhin Santa Maria della Vittoria genannt wurde. Das ursprüngliche Bild wurde 1833 bei einem Brand zerstört.