Edgitha
angelsächsische Prinzessin, als Gattin Ottos des Großen Königin des Ostfrankenreiches
Heirat und Königinnenrolle
29 schickte König Heinrich I. eine Delegation nach England, um für Otto um eine Braut zu werben. Die Heirat sollte die junge Königsherrschaft der Liudolfinger stärken und zum westfränkischen Königtum aufschließen, das bereits zehn Jahre zuvor eine angelsächsische Prinzessin geheiratet hatte. Æthelstan sandte zwei Halbschwestern, Edgitha und Edgiva; Otto wählte Edgitha. Als Morgengabe erhielt sie Einkünfte aus Gebieten um Magdeburg, dem späteren Grundstock des Erzbistums Magdeburg. Nach Heinrichs Tod 936 wurde Otto I. in Aachen gekrönt; Thietmar von Merseburg zufolge wurde Edgitha danach eigens gesalbt. Als Königin intervenierte sie in Urkunden zugunsten von Reichsklöstern und löste Mathilde die Heilige in der Sorge um die Memoria des Geschlechts ab. 946 starb Edgitha unerwartet und vergleichsweise jung.
Grab und Wiederentdeckung
Edgitha wurde im Mauritiuskloster in Magdeburg beigesetzt, später jedoch mehrfach umgebettet. Im ab 1209 erbauten gotischen Magdeburger Dom wurde sie 1510 vor der östlichen Scheitelkapelle des Chorumgangs in einem steinernen Grabmal beigesetzt, das lange Zeit für ein Scheingrab gehalten wurde. Im November 2008 fanden Archäologen in diesem Schmucksarg einen 70 cm langen Bleisarg, dessen Inschrift die sterblichen Überreste der Königin Editha benannte; eine wissenschaftliche Untersuchung ordnete die fragmentierten Gebeine Edgitha zu. Sie wurden anschließend in einen versilberten Titansarg gebettet und am 22. Oktober 2010 während einer Festveranstaltung im Steinsarkophag von 1510 neuerlich beigesetzt.
Nachwirken
Edgitha wurde aufgrund ihrer frommen Schenkungen lange Zeit wie eine Heilige verehrt. Im Magdeburger Dom befinden sich in der sogenannten Heilig-Grab-Kapelle gotische Sitzfiguren eines thronenden Paares, die als Abbilder Edgithas und Ottos gelten. Im 2018 eröffneten Dommuseum Ottonianum Magdeburg ist ihr ein Schwerpunkt gewidmet, ergänzt durch ein Café Editha. 2012 veröffentlichte Regine Sondermann den Historienroman Editha aus Wessex, Gemahlin Ottos des Großen – eine Königin im Mittelalter, der auch in englischer und französischer Übersetzung erschien.