Edition der Reichstagsakten
Edition der Akten der Reichstage des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation
ie Idee zu dieser Quellenedition reicht in die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts zurück. Georg Voigt entwickelte den Plan 1859 in der Historischen Zeitschrift, wohl angeregt durch Heinrich von Sybel. Ins Leben gerufen worden war das Vorhaben schon ein Jahr zuvor, 1858, von Leopold von Ranke. Der erste Band der Reihe erschien 1867 und wurde von Julius Weizsäcker herausgegeben. Damit begann eine Editionsarbeit, die bis in die Gegenwart fortgesetzt wird.
Die Edition der Reichstagsakten gilt als zentrales Projekt zur Erschließung von Quellen zur Geschichte der Frühen Neuzeit in Deutschland. Seit ihrer Gründung wird sie von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München herausgegeben. Dabei trifft die Edition eine Auswahl der Aktenstücke, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung der Reichstage entstanden sind. Ein Teil dieser Aktenstücke wird nur als Regest gedruckt, ein anderer Teil auch im Volltext.
Die Edition ist in vier Reihen gegliedert. Die Ältere Reihe umfasst die Deutschen Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. für die Jahre 1440 bis 1471 und schließt zugleich die Edition der Reichstagsakten unter den spätmittelalterlichen Königen König Wenzel von 1376 bis 1400, König Ruprecht von 1400 bis 1410, Kaiser Sigismund von 1410 bis 1437 und König Albrecht II. von 1438/1439 ein. Die Mittlere Reihe enthält die Deutschen Reichstagsakten unter Maximilian I. Die Jüngere Reihe umfasst die Deutschen Reichstagsakten unter Kaiser Karl V. sowie die Reichsversammlungen von 1556 bis 1662. Insgesamt ist die Edition bis heute nicht abgeschlossen.