Einhard
fränkischer Gelehrter und Geschichtsschreiber
inhard stammte aus adliger ostfränkischer Familie und wurde im Kloster Fulda erzogen, wo er zwischen 788 und 791 als Urkundenschreiber belegt ist. 794 sandte ihn Abt Baugulf von Fulda zur weiteren Bildung an die Hofschule, wo er Schüler Alkuins wurde und zum engsten Kreis um Karl den Großen zählte. Er leitete die Errichtung zahlreicher Bauten Karls des Großen, darunter die Brücke zu Mainz, die Pfalzen zu Ingelheim und Aachen sowie die Pfalzkapelle zu Aachen, und führte auch die Aufsicht über die Hofwerkstätten. Er begleitete Karl den Großen auf allen Reisen, ging 806 als dessen Gesandter nach Rom, und 813 soll sein Rat Karl bewogen haben, seinen Sohn Ludwig zum Kaiser zu ernennen. Auch Ludwig vertraute ihm und gab ihn 817 seinem Sohn Lothar I. zum Ratgeber. In den Kämpfen der Söhne gegen den Vater bemühte sich Einhard als Vertreter des Reichseinheitsgedankens um eine friedliche Lösung.
Einhard gründete bei Michelstadt im Odenwald eine Abtei, die Einhardsbasilika in Steinbach, für die er sich in Rom um Reliquien der Heiligen Petrus und Marcellinus bemühte. Später verlegte er sie nach Muhlinheim, das durch die Reliquien den Namen Seligenstadt erhielt. Er war offenbar nie Geistlicher, sondern führte seine Klöster als Laienabt. 836 starb seine Frau Imma. Von seinen vier bekannten Werken ist die Vita Karoli Magni, die er in Anlehnung an antike Kaiserbiografien Suetons verfasste, das bedeutendste. Ein weiteres Werk ist die Translatio et Miracula SS. Marcellini et Petri, ein Bericht über die von ihm veranlasste Überführung der Reliquien von Rom nach Seligenstadt. Am 14. März 840 starb Einhard in Seligenstadt; sein Epitaph verfasste der Fuldaer Abt Hrabanus Maurus.
In Seligenstadt steht die Einhard-Basilika des einstigen Klosters, in dem sich Einhard seit 830 als Laienabt aufhielt und wo er starb. Dort befindet sich in der Ministranten-Sakristei ein Sarkophag mit den Gebeinen Einhards und seiner Frau Imma. Untersuchungen bei einer Graböffnung 2005 bestätigten, dass die Knochenreste mit den Lebensdaten Einhards und seiner Frau übereinstimmen. Mit der Einhardsbasilika in Steinbach bei Michelstadt im Odenwald, die Ludwig der Fromme Einhard 815 geschenkt hatte, hat sich ein karolingischer Kirchenbau fast im ursprünglichen Zustand erhalten. Seit 1999 verleiht die Einhard-Stiftung zu Seligenstadt alle zwei Jahre den Einhard-Preis für biographische Literatur. In Aachen und Seligenstadt sind Gymnasien nach Einhard benannt, eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.