Elisabeth von Böhmen
Königin von Böhmen
rinzessin Elisabeth von Böhmen war die Tochter des böhmischen und polnischen Königs Wenzel II. und Guta von Habsburg. 1309 flüchtete sie vom königlichen Hof und der von ihrem Schwager geplanten Hochzeit mit Otto von Bergow. 1310 nahm sie an der Länderversammlung teil, an der über die Luxemburger Kandidatur entschieden werden sollte. Die Achtzehnjährige stimmte dem Angebot mehrerer böhmischer Vertreter zu, ihre Hand und das väterliche Erbe dem vier Jahre jüngeren Sohn des römisch-deutschen Königs Heinrich aus dem Geschlecht der Luxemburger anzubieten. Am 1. September 1310 wurde sie in Speyer mit dem gerade vierzehnjährigen Johann von Luxemburg vermählt.
Mit ihrem Mann kehrte sie im Dezember des gleichen Jahres nach Prag zurück und verjagte ihre Schwester und deren Mann ins lebenslange Exil. Am 7. Februar 1311 wurden sie gekrönt, und auf dem böhmischen Thron trat eine neue Dynastie die Macht an. Auf den Druck Elisabeths hin ließ ihr Mann Johann den Wortführer des böhmischen Adels Heinrich von Lipá inhaftieren, was zum Krieg führte, der ihn fast den Thron kostete. Erst durch den Frieden von Domažlice 1318 kam das Land zur Ruhe, und Johann erkannte die Stellung des Adels an.
Johann bestrafte sie, indem er ihren ältesten Sohn Wenzel, den späteren Kaiser Karl IV., zur Erziehung an den französischen Hof bringen ließ. 1323 gebar Elisabeth Zwillinge, die im bayrischen Exil zur Welt kamen, wohin die Königin hatte flüchten müssen. Erst im Frühjahr 1325 durfte sie nach Böhmen zurückkehren. Elisabeth Přemyslovna starb achtunddreißigjährig auf Vyšehrad und wurde im Kloster Zbraslav neben ihrem Vater bestattet.