Elsass
historische und kulturelle Region und Gebietskörperschaft im Osten Frankreichs
Zwischen den Reichen der Franken
b etwa 500 wanderten germanische Siedler stark ins Elsass ein und überwogen bald die gallorömische Bevölkerung; auf diese Zeit geht der Name Elsass zurück. Straßburg, seit 614 Bischofssitz, war neben Basel und Speyer die wichtigste Stadt der Region. Durch die fränkischen Reichsteilungen wechselte das Elsass zwischen 842 und 925 viermal seine überregionale Zugehörigkeit: 842 zum Mittelfränkischen Reich, 870 zum Ostfrankenreich, 913 zum Westfrankenreich und schließlich 925 wieder zum Ostfrankenreich. Aus diesem entstand allmählich der Staatenbund des Heiligen Römischen Reiches, dem die meisten elsässischen Regionen und Kleinstaaten bis ins 17. Jahrhundert angehörten. Straßburg entwickelte sich dabei zur zweitgrößten Stadt im Ostfrankenreich nach Köln.
Im Heiligen Römischen Reich
Nach der erneuten Zugehörigkeit zum Ostfrankenreich 925 spielte das Elsass zunächst eine politische Sonderrolle, bildete aber spätestens von 988 bis 1254 einen Teil des Herzogtums Schwaben. Zwischen dem Ende des 8. und der Mitte des 10. Jahrhunderts entstanden als Verwaltungsbezirke die Grafschaften Nordgau und Sundgau, wobei die bisher zugehörigen Juragebiete südlich bis zur Aare abgetrennt wurden. Vor allem durch das Ende der Staufer 1254 und die damit verbundene Auflösung ihres Herzogtums Schwaben, aber auch durch den allgemeinen Zerfall der Zentralgewalt im Reich, bildeten sich viele verschiedene politische Herrschaften heraus. Diese wurden rasch zu den eigentlichen Trägern der wichtigsten politischen Regierungsgewalten im Elsass.
Übergang an das Königreich Frankreich
Zwischen 1633 und 1681 übernahm das Königreich Frankreich nach und nach, teils durch Verträge, teils durch Annexion, in den meisten elsässischen Regionen die Landesherrschaft, meist jedoch nicht die darunterliegenden Rechte. Habsburg trat dagegen im Westfälischen Frieden 1648 all seine elsässischen Rechte und Besitzungen ab. Die Annexionen, zuletzt Straßburg 1681, führte Frankreich vor allem im Rahmen seiner sogenannten Reunionspolitik durch. Durch die Friedensschlüsse von Rijswijk 1697 und Rastatt 1714 übernahm das Königreich Frankreich schließlich auch de jure die politische Gewalt in den annektierten Gebieten. Die neu gewonnenen Gebiete zog Frankreich jedoch nicht zum eigenen Zollgebiet; die französische Zollgrenze verlief weiterhin über die Vogesen.