Erfurt
Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen
ie älteste urkundliche Erwähnung Erfurts findet sich in einem Brief des Bonifatius aus dem Jahr 742 an Papst Zacharias II. Darin bittet Bonifatius als Missionserzbischof um die Bestätigung der von ihm geweihten Bischöfe und eingerichteten Bistumssitze, darunter den Ort, der Erphesfurt heißt und schon zuvor eine befestigte Siedlung heidnischer Bauern gewesen sei. Die Gera, an der Erfurt entstand, trug ursprünglich den Namen Erfes.
Martin Luther studierte von 1501 bis 1505 an der Universität Erfurt und erhielt dort seinen Magister der philosophischen Fakultät. In der Reformationszeit wandte sich die Stadt mehrheitlich dem evangelischen Bekenntnis zu. 1521 wurde mit Georg Petz der erste evangelische Pfarrer ernannt. Der Rat zu Erfurt unterzeichnete die lutherische Konkordienformel von 1577.
Gemäß dem Reichsdeputationshauptschluss kamen Stadt- und Landgebiet Erfurt 1802 als Entschädigung für verlorengegangene linksrheinische Gebiete zu Preußen. Nach dem Sieg Napoleons über Preußen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt besetzten französische Truppen am 16. Oktober 1806 die Festung kampflos nach deren Kapitulation. Napoleon erklärte 1807 Erfurt zusammen mit Blankenhain als Fürstentum Erfurt zu einer kaiserlichen Domäne, die nicht Teil des Rheinbunds war, sondern ihm direkt unterstand.
Wegen seiner zahlreichen Kirchen und Klöster erhielt Erfurt im Mittelalter den Beinamen Thüringisches Rom. Heute gibt es in der Altstadt 22 Kirchen und 5 freistehende Kirchtürme ehemaliger Kirchen, in den anderen Stadtteilen 8 und in den eingemeindeten Dörfern 42 weitere, womit Erfurt über 77 historische Kirchengebäude verfügt. Früher gab es in der Altstadt bis zu 38 Kirchen, einschließlich der Klosterkirchen der 14 Erfurter Klöster.