Ernst (Bayern)
Herzog von Bayern-München
rnst war der älteste Sohn von Herzog Johann II., genannt der Gottselige, und somit ein Urenkel Kaiser Ludwigs des Bayern. Er regierte von 1397 bis 1438 zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm III. und seinem Onkel Stephan III. dem Kneißel von Bayern-Ingolstadt, nach dem Verzicht der Linie Bayern-Ingolstadt 1402 nur noch mit seinem Bruder und nach dessen Tod 1435 allein. Im Jahr 1400 wandte Ernst sich gegen seinen kurpfälzischen Vetter König Ruprecht. Beim Konflikt um den Thron des Heiligen Römischen Reiches hielt er zu seinem abgesetzten Schwager Wenzel und war 1411 dessen Gesandter in Frankfurt am Main, wo er die Wahl von dessen Bruder Sigismund von Ungarn zum Rex Romanorum mitentschied.
Ernst unterstützte Sigismund in der Folge auch im ab 1419 ausbrechenden Kampf gegen die Hussiten. Der Bayerische Krieg von 1420 wurde durch den Sieg Ernsts über Ludwig bei Alling im Jahr 1422 beendet. Nach dem Erlöschen der wittelsbachischen Linie Bayern-Straubing 1425 führte er erneut einen Erbkrieg und erhielt durch den Preßburger Schiedsspruch von 1429 mit seinem Bruder Wilhelm den größten Teil des bereits zuvor okkupierten Straubinger Erbes zugesprochen.
Im Oktober 1435 ging Ernst kurz nach dem Tode seines Bruders Wilhelm gegen Agnes Bernauer vor, die nichtadlige Geliebte seines Sohnes Albrecht. Ernst wollte die Gefährdung der Erbfolge durch die unstandesgemäße Verbindung seines einzigen Sohnes Albrecht nicht akzeptieren. Er ließ Agnes verhaften und am 12. Oktober 1435 bei Straubing in der Donau ertränken.