Erster Schlesischer Krieg
Krieg zwischen Österreich und Preußen um die Vorherrschaft in Schlesien
ach dem Tod Kaiser Karls VI. am 20. Oktober 1740 wurde die Pragmatische Sanktion von 1713, die Maria Theresia die Erbfolge sichern sollte, von Friedrich II. von Preußen und Karl Albrecht von Bayern angefochten. Friedrich II. berief sich auf die Liegnitzer Erbverbrüderung von 1537 und beanspruchte Schlesien. Preußen verbündete sich mit Bayern, Frankreich, Sachsen, Kurköln, Spanien, Schweden und Neapel gegen Habsburg, das seinerseits mit Großbritannien, Sardinien, den Niederlanden und Russland verbündet war. Am 8. November 1740 mobilisierte Preußen seine Truppen. Zwei Armeekorps sollten Schlesien besetzen, während dort im Oktober 1740 nur ein österreichisches Infanterieregiment mit 1.539 Mann und eine 300 Mann starke Freikompanie standen. Bis Mitte Dezember wurden die österreichischen Kräfte auf 7.359 Mann verstärkt.
Am 11. Dezember 1740 stellte Friedrich II. Österreich ein Ultimatum zur Abtretung Schlesiens und bot im Gegenzug an, die Pragmatische Sanktion anzuerkennen und Franz I. Stephan bei der Kaiserwahl zu unterstützen. Ohne die Antwort abzuwarten, führte er am 16. Dezember eine Armee von 27.000 Soldaten nach Schlesien. Der protestantische Teil der Bevölkerung begrüßte die Preußen als Befreier. Ende Januar war Schlesien von österreichischen Truppen geräumt, nur in Glogau, Brieg und Neiße verblieben schwache Garnisonen, die belagert wurden. Danach bezogen die preußischen Truppen Winterquartier.
Am 9. März nahm Fürst Leopold von Anhalt-Dessau die Festung Glogau im Sturm. Im März sammelte sich unter Feldmarschall Graf Wilhelm Reinhard von Neipperg eine österreichische Armee von 15.000 Mann bei Olmütz, um Neiße und Brieg zu entsetzen. Am 10. April siegte die preußische Armee unter Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin in der Schlacht bei Mollwitz. Am 4. Mai kapitulierte Brieg, am 5. Juni schlossen Preußen und Frankreich in Breslau ein Verteidigungsbündnis für 15 Jahre. Am 10. August wurde Breslau besetzt, am 9. Oktober kam es zum Waffenstillstand von Klein-Schnellendorf, am 10. Oktober kapitulierte Neisse. Am 26. November stürmten Franzosen, Sachsen und Bayern Prag. Mitte Dezember marschierte Friedrich in Böhmen ein, am 26. Dezember kapitulierte Olmütz.