Schlesien
Region in Mitteleuropa
Zwischen polnischen Herzögen und dem Reich
ls Herzog Władysław II. von Schlesien 1146 im Streit mit seinen Brüdern unterlag, suchte er Zuflucht im Heiligen Römischen Reich und unterstellte sich der Oberhoheit König Konrads III. Konrad und sein Nachfolger Kaiser Friedrich I. führten deshalb 1146 und 1157 Feldzüge gegen Polen. Erst 1163 gab Seniorherzog Bolesław IV. das Herzogtum an die drei Söhne Władysławs zurück. So entstanden die Teilherzogtümer Schlesien, Ratibor-Teschen und Glogau, aus denen später auch das Herzogtum Oppeln hervorging.
Übergang an die Krone Böhmen
Ab 1289 nahmen schlesische Herzöge Schritt für Schritt die böhmische Lehenshoheit an, beginnend mit Kasimir II. von Cosel-Beuthen. 1291 huldigten Mesko I. von Teschen und Bolko I. von Oppeln in Olmütz König Wenzel II. Nach dem Aussterben der Přemysliden 1306 ging die böhmische Krone 1311 an Johann von Luxemburg über. In den folgenden Jahrzehnten unterstellten sich weitere schlesische Herzogtümer, zuletzt 1368 das Herzogtum Schweidnitz, dessen Erbin Anna mit König Karl IV. verheiratet war.
Unter den Habsburgern
Nach dem Tod König Ludwigs II. in der Schlacht bei Mohács 1526 kam die böhmische Königswürde mit Ferdinand I. an die Habsburger, die damit bis 1742 zugleich Herzöge von Schlesien waren. Die habsburgische Zentralisierungspolitik geriet in Widerspruch zur eigenständigen Politik der schlesischen Fürsten und Stände. Die Reformation breitete sich seit 1522 aus, sodass im 16. Jahrhundert fast ganz Schlesien protestantisch wurde. 1537 setzte der Liegnitzer Herzog Friedrich II. die brandenburgischen Hohenzollern als Erben ein, ein Vertrag, der später Preußens Ansprüche auf Schlesien begründete.
Preußens Griff nach Schlesien
1740 beendete der Einmarsch Friedrichs II. von Preußen die österreichisch-böhmische Herrschaft über Schlesien. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg musste Österreich im Vorfrieden von Breslau 1742 Nieder- und Oberschlesien bis zur Oppa sowie die böhmische Grafschaft Glatz abtreten. Der Friede von Berlin brachte Preußen den größten Teil des Landes mit rund 1,2 Millionen Menschen. Friedrich der Große verteidigte diesen Gewinn im Zweiten und Dritten Schlesischen Krieg und begründete mit der Annexion Schlesiens die Großmachtstellung Preußens in Europa.