Eugen III.
Papst (1145–1153)
ernardo Pignatelli wurde bei Pisa geboren, seine genaue Herkunft bleibt unklar. 1106 wurde er Kanoniker des Domkapitels zu Pisa, ab 1115 ist er als Subdiakon bezeugt. Zwischen 1133 und 1138 war er Vizedominus der Erzdiözese Pisa und wurde zwischen Mai 1134 und Februar 1137 von Papst Innozenz II. zum Priester geweiht. Unter dem Einfluss Bernhards von Clairvaux trat er 1138 in Clairvaux in den Zisterzienserorden ein und kehrte ein Jahr später nach Italien zurück. Im Herbst 1140 ernannte ihn Innozenz II. zum Abt des Klosters S. Anastasio alle Tre Fontane vor Rom. 1149 vermittelte er im Ehestreit zwischen Ludwig VII. und Eleonore von Aquitanien und belegte die Erwähnung ihrer Blutsverwandtschaft mit dem Kirchenbann. Er gilt als Schüler Bernhards von Clairvaux.
Während des Pontifikats von Lucius II. wurde Giordano Pierleoni zum Senator von Rom gewählt und der Papst zur Aufgabe seiner weltlichen Macht aufgefordert. Lucius weigerte sich und ging gegen die Rebellion vor, wurde dabei nach Gottfried von Viterbo schwer verwundet und starb am 15. Februar 1145 in Sant Gregorio. Noch am selben Tag versammelten sich die Kardinäle in San Cesareo in Palatio und wählten einstimmig Pignatelli, der den Namen Eugen annahm, obwohl er weder Bischof noch wahrscheinlich Kardinal war. Wenige Tage nach seiner Wahl musste er wegen der Feindschaft des römischen Senats aus Rom fliehen. Gegen die Agitationen seines Gegenspielers Arnold von Brescia, der einen Machtverzicht der Kirche forderte, konnte er wenig entgegensetzen, und er musste mehrmals aus Rom fliehen.
Als Reaktion auf den Fall Edessas am Heiligabend 1144 rief Eugen III. am 1. Dezember 1145 mit der Bulle Quantum praedecessores zum Zweiten Kreuzzug auf, der erst zustande kam, als Bernhard von Clairvaux 1146 Ludwig VII. von Frankreich und Konrad III. gewann. Der Kreuzzug erwies sich als Misserfolg mit Verlusten an Menschen und Material. Sächsischen Adligen gestattete Eugen III. stattdessen einen Kreuzzug gegen die heidnischen Wenden. Am 27. April 1147 gewährte er den Templern auf dem Konzil von Paris das Recht, ein rotes Kreuz auf der linken Schulter zu tragen. Am 23. März 1153 schloss er mit Friedrich Barbarossa den Vertrag von Konstanz, der ihm dessen Beistand gegen die Römer sichern sollte, starb aber im Juli desselben Jahres in Tivoli, noch vor Barbarossas Romzug. Während seiner Synode in Trier erlaubte er 1147 Hildegard von Bingen die Veröffentlichung ihrer Visionen.