Trier
kreisfreie Großstadt in Rheinland-Pfalz
rier wurde von den Römern als Augusta Treverorum gegründet, benannt nach Kaiser Augustus und dem keltischen Stamm der Treverer, der sich in der Region niedergelassen hatte. In der Spätantike hieß der bedeutende Ort Treveris, woraus sich der heutige Name Trier ableitet. Die Stadt entstand vermutlich 18/17 v. Chr. zu Füßen eines Militärlagers auf dem Petrisberg. Unter Kaiser Claudius kam der Zusatz Colonia hinzu, und zwei Aufstände der Treverer wurden 21 n. Chr. und 69/70 n. Chr. niedergeschlagen.
Ende des 5. Jahrhunderts kam Trier unter die Herrschaft der Franken unter König Chlodwig. Die fränkischen Gaugrafen nahmen ihren Sitz in den Nebengebäuden der Konstantinbasilika, die vermutlich bereits Ruine war, und verwalteten von dort aus das umfangreiche Königsgut in Trier und Umgebung.
1512 fand in Trier ein Reichstag statt, auf dem die Einteilung der Reichskreise endgültig festgelegt wurde. 1522 versuchte der Reichsritter Franz von Sickingen im Ritterkrieg vergeblich, das Erzstift Trier im Sinne der Reformation zu säkularisieren und belagerte im September desselben Jahres mehrere Tage lang die Stadt, deren Artillerie das Stadtgebiet beschoss.
Unter Kurfürst Philipp Christoph von Sötern verlagerte sich die Residenz der Kurfürst-Erzbischöfe zunehmend nach Koblenz-Ehrenbreitstein, wo Sötern 1626 bis 1632 das Schloss Philippsburg im Schutz der Festung Ehrenbreitstein erbauen ließ. Obwohl der Renaissancebau des Trierer Kurfürstlichen Palais ebenfalls gerade erst vollendet war, wurde Koblenz fortan die wichtigere Residenzstadt, da die Kurfürsten während militärischer Auseinandersetzungen an der Westgrenze des Reiches dort häufig Schutz suchten.
Unter dem letzten Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen zog der kurfürstliche Hof mit dem Stiftsadel endgültig nach Koblenz um. Der Kurfürst hielt sich in seiner von 1768 bis 1794 dauernden Regentschaft nur drei Mal in Trier auf. Unter dem Einfluss der Aufklärung schränkte er 1784 das Wallfahrtswesen im Erzbistum ein und verbot Prozessionen, die mehr als eine Stunde dauerten.
Im Zuge der Befreiungskriege wurde Trier am 6. Januar 1814 von preußischen Truppen eingenommen. Seit dem Wiener Kongress 1815 gehörte Trier zu Preußen. 1819 verlor die Stadt den Sitz des Appellationsgerichtshofs an Köln, wurde aber Sitz des Regierungsbezirks Trier, des Stadtkreises Trier mit der Bürgermeisterei Trier und des Landkreises Trier.