Flodoard von Reims
westfränkischer Chronist
Leben in Reims
lodoard studierte in Reims und wurde Kanoniker an der Kathedrale von Reims. Er war Vertrauter der Erzbischöfe Herive und Seulf. 936 sandte ihn Erzbischof Artold von Reims nach Rom, wo Papst Leo VII. ihn zum Priester weihte. Im Streit zwischen Hugo von Vermandois und Artold um die Erzbischofswürde stand Flodoard an der Seite Artolds. Dafür verlor er zweimal seine Pfründe und stand zwischenzeitlich fünf Monate unter Hausarrest. Nachdem die Universalsynode von Ingelheim 948 Artold als Erzbischof bestätigt hatte, wurde Flodoard sein wichtigster Berater. Man ging lange davon aus, dass er sich um 952 in ein Kloster zurückzog. Neuere Forschungen widerlegen dies ebenso wie eine angebliche Abt- oder Bischofsweihe.
Sein Werk
Als Archivar des Erzbistums verfasste Flodoard eine Geschichte der Kathedrale von Reims, die Historia Remensis ecclesiae. Sie gilt heute als eines der bedeutendsten Werke des 10. Jahrhunderts. Aus den ihm zugänglichen Quellen stellte er zudem eine eigene Chronik zusammen, in der er die meisten Originale in voller Länge zitiert. Ebenso bedeutend sind seine zwischen 919 und 966 geschaffenen Annalen. Wegen ihrer Zuverlässigkeit schätzen Historiker sie als hervorragende Quelle zur politischen Geschichte und Kirchengeschichte des Westfrankenreichs.