Foggia
italienische Gemeinde
n der Antike hieß der Ort Herdonia und wurde im Zweiten Punischen Krieg zwischen Rom und Karthago in zwei Schlachten umkämpft, später gehörte er zum römischen Reich. 1222 verlegte Kaiser Friedrich II. seine Residenz von Palermo nach Foggia. Sein Kaiserliches Residenzschloss ist nicht mehr erhalten, lediglich eine Inschrift, ein Portalbogen und das Gefäß eines Brunnens sind noch vorhanden. Am 20. März 1731 wurde die Altstadt von einem Erdbeben weitgehend zerstört, es gab etwa 2000 Tote. Die Kathedrale Santa Maria Icona Vetere wurde teilweise im Stil des Barock neu errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurden bei alliierten Luftangriffen 75 Prozent der Wohngebäude zerstört oder schwer beschädigt. Um Foggia befand sich ein großer Flugplatzkomplex, der von der italienischen Luftwaffe, dann von der deutschen Luftwaffe genutzt wurde und im Herbst 1943 in die Hand der Alliierten fiel. Anschließend diente die Basis der US-amerikanischen Fifteenth Air Force für Angriffe im südeuropäischen Raum. Am 2. Juni 1944 starteten von hier 130 viermotorige Bomber und 70 Jagdflugzeuge zu Angriffen auf Treibstoffanlagen in Ungarn und Rumänien, im Rahmen der Operation Frantic.
Foggia ist Partnerstadt von Göppingen. Im Mittelalter befand sich in Foggia die Lieblingsresidenz von Kaiser Friedrich II., der sich dort häufig aufhielt, während bei Göppingen die Burg Hohenstaufen lag, der Stammsitz der Staufer, des Geschlechts Friedrichs II. Foggias zweite Partnerstadt ist die Kleinstadt Pescasseroli in der italienischen Region Abruzzen.
Die Wirtschaft von Foggia ist traditionell stark von der Landwirtschaft geprägt und wird oft als die Kornkammer Italiens bezeichnet. Daneben haben sich Industriezweige und der Dienstleistungssektor entwickelt, mit Schwerpunkt Papier-, Chemie-, Lebensmittel- und Dieselmotorindustrie. Die Stadt ist über die Autostrada A14 mit dem Norden, etwa Bologna und Ancona, und dem Süden, etwa Bari und Tarent, verbunden. Der Bahnhof Foggia ist ein zentraler Eisenbahnknotenpunkt in Apulien mit Direktverbindungen nach Rom, Neapel, Bari, Bologna und Mailand. Die 1999 gegründete Università degli Studi di Foggia hat mit rund 12.000 Studenten ihren Sitz in der Stadt.