Foligno
italienische Gemeinde
Von der Römerzeit zu den Trinci
oligno entstand aus einer umbrischen Siedlung, die 295 v. Chr. von den Römern erobert wurde und als Fulginium an der Via Flaminia Bedeutung erlangte. Im Mittelalter gehörte die Stadt zum Herzogtum Spoleto, bis sie 1198 von Innozenz III. für den Kirchenstaat annektiert wurde. Während der Kämpfe zwischen Guelfen und Ghibellinen im 13. und frühen 14. Jahrhundert wechselte Foligno mehrfach die Seiten. Nach der Besetzung durch Corrado Guiscardo, einen Parteigänger Friedrichs II., schloss sich die Stadt den Ghibellinen an, bevor sie schließlich an die guelfische Familie Trinci fiel. Unter deren Herrschaft wuchsen Wohlstand und Ansehen der Stadt, die zu einem Zentrum der Kunst wurde und über Assisi, Bevagna, Giano, Montefalco, Nocera und Spello herrschte.
Der Dom San Feliciano
Die Stadt ist vor allem wegen ihres im Jahr 1113 vollendeten Domes San Feliciano bekannt. Er liegt an der Piazza della Repubblica, ist aber wegen eines angebauten Palastes nicht sofort als große Kirche erkennbar. Kunsthistorisch bedeutsam ist die dem Platz zugewandte Südfassade mit dem Querhaus, das gegen Ende des 12. Jahrhunderts angebaut wurde. Die zentrale Fensterrose mit ihren Doppelsäulen und gedrehten Säulen gilt als eine der schönsten Umbriens. Das Südportal aus dem Jahr 1201 wird von fünf umlaufenden plastischen Dekorationsbögen gerahmt.
Die Abtei von Sassovivo
In der Nähe von Foligno liegt die um das Jahr 1000 gegründete Abtei von Sassovivo. Besuchern zugänglich ist der Kreuzgang, der 1229 von Pietro De Maria errichtet wurde und der Anlage ihre Bekanntheit verschafft. Er ist mit einigen römischen Kreuzgängen vergleichbar. Die Steinmetzarbeiten für die insgesamt 128 kleinen Säulen und 58 Bögen wurden in Rom ausgeführt. Pietro De Maria arbeitete dabei mit mehreren Steinmetzen zusammen, unter ihnen Nicola Vassaletto, der auch die Kreuzgänge von San Paolo fuori le mura und San Giovanni in Laterano in Rom schuf.