Spoleto
italienische Gemeinde
uf dem Hügel Sant’Elia fanden sich die ältesten Siedlungsspuren, aus der Bronzezeit. Vom Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. war Spoleto das bedeutendste Machtzentrum im südlichen Umbrien. Als Colonia wird das antike Spoletium erstmals 241 v. Chr. erwähnt. Nach der Schlacht am Trasimenischen See 217 v. Chr. griff Hannibal die Stadt an, wurde aber zurückgeschlagen. Im 2. Punischen Krieg war Spoletium mit Rom verbündet, litt später jedoch unter den Bürgerkriegen zwischen Marius und Sulla. Sulla beschlagnahmte 82 v. Chr. das Gebiet, seither war die Stadt Garnison. Im 1. Jahrhundert wurde Spoleto Bischofssitz. Kaiser Aemilianus wurde 253 hier von seinen eigenen Soldaten erschlagen. Schriftstücke von Konstantin dem Großen aus dem Jahr 326 und von Julian aus dem Jahr 362 stammen aus Spoleto. Während der Gotenkriege war die Stadt eine wichtige Festung, deren Mauern der Gotenführer Totila schleifen ließ. Unter den Langobarden wurde Spoleto um 570 Hauptstadt des unabhängigen Herzogtums Spoleto, das sich über weite Teile Zentralitaliens erstreckte.
Der Dom Santa Maria Assunta wurde ab 1175 errichtet, nachdem die Truppen Barbarossas den Vorgängerbau zerstört hatten, im Zuge der Auseinandersetzung zwischen Kaisertreuen und Papsttreuen. Die Fassade entstand in mehreren Bauphasen und besitzt acht Fensterrosen. Die oberen drei Rosen, spitzbogige Nischen und ein Mosaik aus dem Jahr 1207 gehören zur zweiten Bauphase. Die mittlere Rose stammt aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert. 1638 wurde der Innenraum vollständig barockisiert. Im Chorbereich finden sich Fresken, darunter Filippo Lippis „Krönung der Jungfrau“ von 1469, das letzte Werk des Malers.
Die im 4. oder 5. Jahrhundert entstandene Kirche San Salvatore birgt die Cella eines römischen Tempels und gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse frühchristlicher Kunst. Im 8. Jahrhundert wurde sie von den Langobarden umgebaut. Seit Juni 2011 gehört die Basilika zu einer Gruppe von Gebäudeensembles, die unter dem Titel Die Langobarden in Italien, Orte der Macht, für den Zeitraum von 568 bis 774 nach Christus, in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.