Innozenz III.
Papst
othar wurde 1160 oder Anfang 1161 auf Kastell Gavignano bei Segni geboren, als Sohn des Trasmundo aus der Familie der comites von Segni und der Clarissa aus der römischen Familie Scotti. Nach der Ausbildung in Rom studierte er in Paris die Artes und Theologie, ab Sommer 1187 in Bologna. 1187 wurde er zum Subdiakon geweiht, 1190 zum Kardinaldiakon von Santi Sergio e Bacco. In dieser Zeit entstanden zwischen 1194 und 1195 mehrere theologische Schriften, darunter De miseria conditionis humanae, in dem er ein pessimistisches Menschenbild entwarf und den Vorrang des Klerus vor den Laien betonte. Den Papst sah er als vicarius Christi, als Statthalter Christi auf Erden.
Am 8. Januar 1198 wurde Lotario zum Papst gewählt und nahm den Namen Innozenz III. an. Er widmete sich der juristischen Fixierung des Papsttums und der Ausweitung des Kirchenstaates, etwa in der Toskana, der Mark Ancona und dem Herzogtum Spoleto. 1198 rief er den Vierten Kreuzzug aus, der durch die Plünderung von Zadar 1202 und Konstantinopel 1204 zum Schisma zwischen katholischer und orthodoxer Kirche beitrug. Nach dem Tod Heinrichs VI. verhandelte er mit Konstanze von Sizilien über die Anerkennung ihres Sohnes Friedrich, wobei Konstanze auf die römische Königskrone für Friedrich verzichten musste. Im Reich führte die Doppelwahl von Philipp von Schwaben und Otto IV. zum Thronstreit; Innozenz beanspruchte in der Dekretale Venerabilem 1202 ein Entscheidungsrecht bei der Königswahl. Er krönte Otto IV. 1209 zum Kaiser, bannte ihn aber 1210 und unterstützte danach Friedrich II., der 1211 in Nürnberg erneut zum König gewählt wurde und Innozenz die Goldene Bulle von Eger gewährte.
Bis 1212 war Innozenz Oberlehnsherr von Aragon, Portugal, Sizilien, Bulgarien und England geworden. Die Magna Charta erklärte er am 24. August 1215 für nichtig. Er förderte neue Orden wie die Franziskaner und Dominikaner, beschloss aber 1215 auf dem Vierten Laterankonzil auch Maßnahmen gegen Juden. Gegen die Katharer und andere Ketzer ging er unerbittlich vor, unter anderem mit der Dekretale Vergentis in senium von 1199 und dem Albigenserkreuzzug von 1209 bis 1229 unter Simon IV. de Montfort. Im November 1215 eröffnete er das Vierte Laterankonzil, auf dem 70 Edikte verabschiedet wurden. Innozenz starb am 16. Juli 1216 im Alter von 55 Jahren in Perugia.