Freising
Kreisstadt in Oberbayern, Deutschland
reising war seit dem frühen Mittelalter unter dem Namen Frigisinga eine Herzogspfalz im ersten bairischen Stammesherzogtum, das ab 555 nach Christus bestand. Nachdem Herzog Theodo II. das Herzogtum noch zu Lebzeiten unter seinen vier Söhnen aufgeteilt hatte, wurde Freising um 715 eine agilolfingische Residenz. Zu ihr gehörten eine Burg, ein Wohnsitz und eine Marienkapelle.
Um 860 ließ Bischof Anno am Ort der ehemaligen Marienkapelle, der ältesten Marienkirche der Diözese, eine neue dreischiffige Domkirche erbauen. Vor der Bischofserhebung von Bischof Waldo im Jahr 884, Kanzler von König Karl III., mischte sich der König erstmals in die Besetzung des Freisinger Stuhls ein. In den folgenden 250 Jahren entschieden ostfränkische Könige, wer Bischof von Freising wurde. Die Freisinger Bischöfe dieser Zeit standen oft als Kanzler, Notare oder königliche Gesandte im Dienst des jeweiligen Herrschers.
Im Spätmittelalter entwickelte sich Freising zu einer größeren Stadt, deren Fürstbischöfe seit 1294 als Hochstift regierten und sich um den Kulturbesitz ihrer Residenzstadt verdient machten. Ein weiterer wichtiger Schritt war 1359 die Verleihung der Stadtrechte durch Bischof Albert. Die Herzöge von Bayern aus dem Geschlecht der Wittelsbacher sahen das Hochstift Freising mit seinen Grafschaften und Besitzungen, darunter Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Ismaning, Burgrain und Isen, allerdings stets als Dorn im bayerischen Herzogtum.
Die Säkularisation im Jahr 1802/03 bedeutete die Aufhebung des über tausendjährigen Hochstifts Freising und damit das Ende der geistlichen Herrschaft der Freisinger Fürstbischöfe. Am 23. August 1802 wurde die Stadt militärisch besetzt. Ab dem 27. November 1802 verwaltete der Zivilbesitzergreifungskommissär Freiherr Johann Adam von Aretin die Stadt. Er veranlasste die Auflösung des Hochstifts, die Übernahme der Güter und entließ die Dom- und Stiftskollegien mit ihrem Hofstaat aus den Ämtern.