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Frieden von Rijswijk

Ende des Pfälzischen Erbfolgekriegs, Teilrevision des Friedens von Nimwegen

Das Vertragswerk im Überblick

as Vertragswerk von Rijswijk besteht aus mehreren Einzelverträgen zwischen den ehemaligen Kriegsparteien. Am 20. September 1697 einigten sich Frankreich und England, Frankreich und die Niederlande sowie Frankreich und Spanien auf Kriegsende und Rückgabe von Eroberungen, darunter Barcelona, Girona, Roses, Bellver de Cerdanya sowie die Reunionen Luxemburg und Brabant. Am 30. Oktober 1697 folgte der Vertrag zwischen Frankreich, Kaiser Leopold I. und dem Heiligen Römischen Reich: Frankreich gab alle Reunionen und Eroberungen an das Reich zurück, mit Ausnahme des Elsass. Der Bischof von Straßburg wurde wieder eingesetzt, das Hochstift Lüttich sollte an den Kölner Kurfürsten Joseph Clemens gehen, und die Klärung des pfälzischen Erbes wurde Papst Innozenz XII. übertragen. Straßburg blieb auf ewig französisch.

Gebietsrückgaben an das Reich

Im Vertrag zwischen Frankreich, Kaiser Leopold I. und dem Heiligen Römischen Reich vom 30. Oktober 1697 regelte Artikel 4 die umfangreichen Gebietsrückgaben Frankreichs an das Reich. Zurückerstattet wurden alle Orte und Rechte, die während des Krieges oder durch die Uniones und Reuniones in Besitz genommen worden waren, mit Ausnahme des Elsass.

Die Rijswijker Klausel

Für die zurückgegebenen Orte stellte Ludwig XIV. eine Bedingung, die als Rijswijker Klausel bezeichnet wird. Danach musste die katholische Religion in diesen Orten in dem Zustand erhalten bleiben, in dem sie sich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses befand.

Auswirkungen in der Kurpfalz

In der Kurpfalz hing die Mehrheit der Bevölkerung reformierten Glaubensrichtungen an, während Kurfürst Johann Wilhelm Katholik war. Die Rijswijker Klausel erlaubte ihm, die katholische Kirche offen zu unterstützen. Am 26. Oktober 1689 wurde das Simultaneum eingeführt, das Katholiken die Mitnutzung reformierter Kirchen und Friedhöfe sicherte, während Reformierte katholischen Besitz nicht nutzen durften. Im Juni 1690 entstand die Administrationskommission, die die reformierte Kirchengüterverwaltung unter landesherrliche Kontrolle stellte. 1695 erreichte eine lutherische Konferenz um Pfarrer Johann Philipp Schlosser Zugeständnisse, die zur Entzweiung mit den Reformierten führten. 1705 hob die auf Betreiben Brandenburg-Preußens entstandene Kurpfälzische Religionsdeklaration das Simultaneum wieder auf, wobei die Lutheraner ihre Zugeständnisse von 1695 verloren.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Frieden von RijswijkVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267166220redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: M.MinderhoudCC BY-SA 3.0Quelle