Friedrich IV. (Tirol)
Herzog
ach dem Tod ihres Vaters Leopold III. in der Schlacht bei Sempach 1386 akzeptierten Friedrich und seine älteren Brüder Wilhelm, Leopold IV. und Ernst I. die Vormundschaft eines Onkels. Nach dem Vertrag von Hollenburg wurde Wilhelm Herzog in Innerösterreich, Leopold Graf in Tirol, und Friedrich erhielt 1402 die Regentschaft der Vorderösterreich. Nach Wilhelms Tod 1406 übernahm Ernst Innerösterreich und Friedrich mit 24 Jahren zusätzlich die Grafschaft Tirol. Seither spricht man von Oberösterreich für die gemeinsame Herrschaft Tirol, Vorarlberg und Vorderösterreich bis 1665. Friedrich heiratete 1406 in Innsbruck Elisabeth von der Pfalz, Tochter König Ruprechts. Sie gebar eine Tochter, die bald starb, und starb selbst nach dreijähriger Ehe.
Ein Bündnis mit dem zum Konzil von Konstanz reisenden Gegenpapst Johannes XXIII. trug Friedrich am 15. Oktober 1414 den Titel eines Generalkapitäns der römischen Kirche ein, brachte ihn aber in Bedrängnis. Nach Aufforderung Sigismunds huldigte er am 4. Februar 1415 in Konstanz dem Kaiser. Weil er Johannes bei dessen Flucht am 20. März unterstützte, wurde Friedrich vorgeladen. Am 5. Mai 1415 stellte er sich der Konstanzer Versammlung, erhielt die Aufhebung des Kirchenbanns, musste aber am 7. Mai Gebiete wie den Berner Aargau, die Freien Ämter, die Grafschaft Baden und das Kelleramt an die Eidgenossen abtreten sowie seine Ländereien im Elsass, Breisgau, Schwaben und Tirol dem Kaiser übergeben. Fast elf Monate blieb er Geisel in Konstanz, bis er am 30. März 1416 mit Hans Wilhelm von Mülinen über Feldkirch nach Tirol floh. Die territorialen Verluste waren so groß, dass er als Friedel mit der leeren Tasche bespöttelt wurde.
Von 1419 bis 1426 erreichte der Kampf Friedrichs gegen den oppositionellen Tiroler Adel einen Höhepunkt, angeführt von den Familien Spaur und Starkenberg. Peter von Spaur überwarf sich mit dem Herzog und eroberte mit dem Bischof von Trient, Georg von Lichtenstein, Paris von Lodron und Hilfstruppen Pandolfo Malatestas mehrere landesfürstliche Burgen. Bald geriet die Adelspartei in die Defensive, 1420 musste sie sich vor Schiedsgerichten in Wien und Tirol verantworten. Am 10. Dezember 1420 stellte ein Richterspruch der Bischöfe von Brixen und Trient den Status vor dem Konflikt wieder her. Kurz darauf eskalierte der Konflikt mit den Starkenbergs, 1422 ließ der Herzog das Gericht Schlanders militärisch besetzen. Bis 1426 eroberten herzogliche Truppen alle Burgen der Starkenberger, darunter Greifenstein und Schenna.