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Fürstabtei Murbach

Kloster in Frankreich

raf Eberhard von Elsass aus dem Geschlecht der Etichonen stiftete die Abtei, da er erblindet war und keinen Erben hatte. Er stattete sie mit rund 40 Gemeinden aus und betraute 727 Abtbischof Pirmin vom Kloster Reichenau mit dem Aufbau. Pirmin weihte das Kloster, organisierte Wandermönche nach benediktinischer Regel und nannte es Vivarius Peregrinorum. Er erwirkte vom Straßburger Bischof Widegern den Verzicht auf bischöfliche Rechte und freie Abtwahl. König Theuderich IV. gewährte Immunität, bestätigte die freie Abtwahl und schenkte Murbach Besitzungen, darunter das Kloster in Luzern. Später war die Abtei unmittelbar Papst und Kaiser, nach 1680 dem französischen König unterstellt. Sie wurde dem heiligen Leodegar von Autun geweiht, dessen Haupt 760 nach Murbach gebracht wurde.

Unter den Karolingern spielte das Kloster eine wichtige politische Rolle. Pippin der Kurze bestätigte die Privilegien, Karl der Große machte es zum Königskloster und ernannte sich 782 bis 783 selbst zum weltlichen Abt. Um 850 war Murbach eines der geistigen Zentren am Oberrhein, gelobt auch von Alkuin. Die Bibliothek umfasste rund 340 Werke, überliefert in einem Katalog aus dem späten 9. Jahrhundert. Im 9. Jahrhundert erwarb die Abtei das Gebiet von Luzern und besaß Rechte in etwa 350 Ortschaften, war eines der reichsten Klöster im Elsass. Diese erste Blütezeit endete mit dem Einfall der Ungarn ab 926. Im Juli 936 wurde das Kloster überfallen und geplündert, sieben Mönche wurden ermordet. Erst 959 konnten Abtei und klösterliches Leben wiederhergestellt werden.

Im 11. Jahrhundert gewannen die Beziehungen zum Reform-Kloster Gorze an Bedeutung, das Kloster erreichte eine zweite Blütephase durch Nähe zum staufischen Königshaus. Abt Hugo von Rothenburg nahm am Kreuzzug Friedrichs II. teil, Abt Erlolf von Bergholz war Berater Heinrichs V. beim Wormser Konkordat 1122. Die Habsburger wurden über Werner II. von Habsburg Vögte des Klosters. 1259 kaufte das Kloster den Habsburgern und Horburgern die Vogteirechte ab. 1123 wurde die noch bestehende Abteikirche erbaut. Die Blüte erreichte im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt, 1228 wurde Abt Hugo von Rothenburg von Kaiser Friedrich II. als princeps, also Reichsfürst, bezeichnet, ein Titel, den alle Nachfolger bis zum Untergang des Reiches trugen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Fürstabtei MurbachVersionsgeschichteBearbeitungsstand 253382715redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Photo Claude TRUONG-NGOCentstanden 2020CC BY-SA 4.0Quelle