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Gabriel Bethlen

Fürst von Siebenbürgen

iebenbürgen war offiziell Teil des Königreichs Ungarn, dessen Fürsten zwar Vasallen der ungarischen Krone, faktisch aber unabhängig waren und politisch zwischen Osmanen und Habsburgern schwankten. Bethlen, Sohn eines siebenbürgischen Aristokraten, erwarb 1605 die Burg Hunedoara und verschaffte 1605 Stephan Bocskai sowie 1608 Gabriel Báthory die Fürstenkrone. Als sich Báthory den Habsburgern näherte, floh Bethlen zu den Türken. Im Oktober 1613 kehrte er mit einem türkischen Heer zurück, besiegte Báthory und ließ sich vom Landtag zu Klausenburg zum Fürsten von Siebenbürgen wählen. Sein Aufstieg war von Intrigen und angeblichen Morden begleitet. Er behauptete sich, indem er seine Untertanen jährlich in Kriege und Plünderungen führte, und wechselte als geschickter Diplomat immer wieder seine Bündnisse. Bereits 1616 unternahm er einen ersten Einfall in habsburgische Gebiete.

Als Calvinist verfolgte Bethlen den Ständeaufstand in Böhmen und die Bildung der Böhmischen Konföderation und wollte 1619 auf Seiten der Protestanten eingreifen. Im August 1619 fiel er in Ungarn ein, während sich die Kurfürsten in Frankfurt zur Kaiserwahl versammelten. Nach der Eroberung von Košice gewann er fast die gesamte heutige Slowakei samt Pressburg. Am 20. August schloss er einen Bündnisvertrag mit Heinrich Matthias von Thurn. Am 26. August 1619 wurde Friedrich von der Pfalz zum böhmischen König gewählt, zwei Tage später Ferdinand II. zum Kaiser. Am 14. Oktober eroberte Bethlen Pressburg und rückte auf Wien vor, wo Hungersnot und Pest herrschten, musste die Belagerung aber abbrechen, als Ferdinand II. Ende Oktober 1619 nach Wien zurückkehrte. Kaiserliche Truppen unter Karl Bonaventura Graf von Buquoy marschierten in Oberungarn ein und wurden von Bethlen bekämpft, der auch Sopron kurzzeitig eroberte. Am 25. August 1620 ließ sich Bethlen auf dem Landtag von Neusohl mit türkischer Zustimmung zum König von Ungarn wählen.

Nach dem Sieg der Habsburger am Weißen Berg eroberten habsburgische Truppen die heutige West- und Mittelslowakei zurück. Bethlen musste am 31. Dezember 1621 den Frieden von Nikolsburg schließen und auf die eroberten Gebiete sowie die ungarische Krone verzichten, erhielt dafür aber sieben oberungarische Komitate und die Fürstentümer Oppeln und Ratibor bis zu seinem Tod. Unzufrieden unternahm er 1623 bis 1624 einen zweiten Feldzug, musste aber im Wiener Frieden vom 8. Mai 1624 den Frieden von Nikolsburg bestätigen. 1626 begann sein letzter Feldzug, um sich Ernst von Mansfeld in Schlesien anzuschließen, auch bestärkt durch seine Heirat mit Katharina von Brandenburg. Der kaiserliche General Albrecht von Wallenstein zwang ihn zum Rückzug und eroberte Tyrnau, Neutra und Neuhäusel. Anfang Oktober 1626 trafen beide Heere bei Drégely-Palánk aufeinander, zogen sich aber zurück. Am 20. Dezember 1626 musste Bethlen den Frieden von Pressburg unterschreiben.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Gabriel BethlenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269441457redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 1601–1700Public domainQuelle