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Gebhard I. von Waldburg

Erzbischof von Köln

ach dem Rücktritt Erzbischof Salentins von Isenburg wurde Gebhard am 5. Dezember 1577 in Köln mit 12 zu 10 Stimmen gegen Ernst von Bayern zum Erzbischof gewählt. Der unterlegene Kandidat verzögerte durch seinen Widerstand die päpstliche Bestätigung, die erst am 29. März 1580 erfolgte. Zunächst bekannte sich Gebhard zum Katholizismus: Am 19. März 1578 empfing er die Priesterweihe und leistete den Tridentinischen Glaubenseid, im April 1578 wurde er durch Kaiser Rudolf II. belehnt und ins Kurfürstenkollegium aufgenommen. 1579 nahm er als kaiserlicher Beauftragter am Kölner Pazifikationskongress teil und trat dabei zu Gunsten Spaniens gegen die protestantischen Niederlande auf, was die Beziehungen zum Haus Oranien-Nassau verschlechterte.

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Seit etwa 1579 oder 1580 hatte Gebhard ein Liebesverhältnis mit der protestantischen Gräfin Agnes von Mansfeld, das ihn zum Plan führte, zum Protestantismus überzutreten, zu heiraten und dennoch Erzstuhl und Kurstaat zu behalten. Gerüchte darüber erreichten Rom, wo Papst Gregor XIII. Gebhard ermahnte und das Domkapitel zum Widerstand aufforderte. Am 19. Dezember 1582 sagte sich Gebhard öffentlich von der katholischen Kirche los, trat zur reformierten Religion über und heiratete am 2. Februar 1583 in Bonn. Sein Vorgehen verstieß gegen das Reservatum ecclesiasticum von 1555, die Goldene Bulle, den tridentinischen Eid und die Erblandesvereinigung von 1550 und drohte, das Kräftegewicht im Kurfürstenkollegium zu Gunsten der Protestanten zu verschieben. Die Gegner formierten sich, und beim Kölner Landtag von 1583 forderten die Landstände den Kaiser auf, Gebhard abzusetzen, während sich Gebhard im Herzogtum Westfalen zunächst durchsetzte.

Am 1. April 1583 wurde Gebhard von Papst Gregor XIII. exkommuniziert. Das Domkapitel wählte am 23. Mai 1583 Ernst von Bayern zum Gegen-Erzbischof und sicherte damit bayerisch-spanische Truppenunterstützung. Gebhard erhielt kurpfälzische Hilfe durch Pfalzgraf Johann Kasimir, doch weitere Unterstützung protestantischer Fürsten blieb weitgehend aus. Der Kölnische oder Truchsessische Krieg von 1583 bis 1588 verlief für ihn trotz anfänglicher Erfolge wie der Einnahme von Rheinberg und dem Sieg in der Schlacht bei Hüls Ende 1583 ungünstig. Nach der Zerstörung der Godesburg am 17. Dezember 1583 musste Gebhard nach Werl ins Herzogtum Westfalen fliehen. 1584 ging er auf Vermittlung Wilhelm von Oraniens in die Niederlande und setzte den Krieg von dort fort, doch am 23. Dezember 1587 wurde Bonn von niederländischen Truppen erobert und verwüstet.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Gebhard I. von WaldburgVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269928790redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Hermann tom Ringentstanden 1579Public domainQuelle