Genf
Stadt und politische Gemeinde sowie Hauptort des gleichnamigen Kantons in der Schweiz
er Ortsname Genf ist erstmals 58 vor Christus in Caesars De bello Gallico als Genava bezeugt und wird auf keltisch genaua für Mündung zurückgeführt, ähnlich wie bei Genua. Da Genf jedoch nicht an einer Mündung, sondern an einem Abfluss liegt, wurde alternativ eine Herleitung von indogermanisch genu- für Knie oder Ecke vorgeschlagen.
Genf gelangte um 120 vor Christus unter römische Herrschaft und war von 400 bis 1536 Bischofssitz, im fünften und neunten Jahrhundert auch Sitz burgundischer Könige. Ab 1026 gehörte Genf zum burgundischen Reichsteil des Heiligen Römischen Reichs und wurde dabei ein bischöfliches Territorium. Am 1. August 1034 wurde der Erwerb Burgunds durch Konrad II. in der Genfer Kathedrale gefeiert. Der Rechtsbezirk des Bischofs gegenüber den Ansprüchen des Grafen von Genf wurde 1124 in der Urkunde Placitum de Seyssel umschrieben. 1162 verlieh Friedrich I. dem Bistum Unabhängigkeit und Reichsunmittelbarkeit.
1526 trat Genf einem Städtebund mit Bern und Freiburg bei. Nach Predigten von Guillaume Farel wurde 1536 die Reformation eingeführt und die unabhängige Republik Genf ausgerufen, worauf Freiburg sein Bündnis löste. Nur Bern und Zürich schlossen 1584 ein Burgrecht mit Genf. Johannes Calvin gründete 1559 die Genfer Akademie. Nach einem missglückten Überfallversuch in einer Dezembernacht 1602 erkannte Savoyen die Unabhängigkeit Genfs 1603 im Vertrag von Saint-Julien an. Von 1540 bis 1700 war Genf für Hugenotten und Waldenser ein wichtiger Zufluchtsort.