Germanen
indoeuropäische ethnolinguistische Gruppe
ie Franken bildeten sich aus einem lockeren Kampfverband der Chamaver, Salier, Chattuarier, Ampsivarier, Brukterer und anderer Stammesgruppen. Ab der Mitte des 3. Jahrhunderts werden Raubzüge in Gallien erwähnt, und im Norden Galliens wurden fränkische Söldner in römischen Diensten angesiedelt. Die salischen Franken erhielten als foederati Siedlungsgebiet in Toxandrien, diese Besiedlung expandierte im 5. Jahrhundert bis zur Region zwischen Lüttich und Tournai. Am Niederrhein gründeten ripuarische Franken ein Fürstentum mit Köln als Zentrum.
Nach dem Rückzug der Römer überschritten ab 406 die Burgunden zusammen mit den Vandalen den Rhein und ließen sich als römische Bundesgenossen in Mogontiacum, Vicani Altiaienses und Borbetomagus nieder. Nach einem Einfall in die römische Provinz Belgica 435 zerstörte im darauffolgenden Jahr der weströmische Heermeister Aëtius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen das Burgundenreich. Die verbliebenen Burgunden wurden durch Rom ins Rhone-Tal umgesiedelt und gründeten dort später ein neues Reich, das 532 im Fränkischen Reich aufging und dort neben Austrien und Neustrien einen eigenen Reichsteil bildete.
Im Norden Galliens existierte nach dem Zusammenbruch 476 im Gebiet um Soissons ein römisches Restreich unter dem Statthalter Syagrius, dem Sohn des Heermeisters Aegidius. 486/487 besiegten die Salfranken unter dem Merowinger Chlodwig I. Syagrius in der Schlacht von Soissons. Zuvor hatte Aëtius, der 436 das Burgundenreich zerstörte und 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern die Hunnen stoppte, das Gebiet noch einigermaßen unter westromischer Kontrolle gehalten.
Die Langobarden eroberten nach der Eroberung des Gepidenreichs 567, durch die Awaren verdrängt, unter König Alboin Norditalien mit der Hauptstadt Pavia und weitere Gebiete in Mittel- und Süditalien. König Authari trat 584 bis 590 vom arianischen zum katholischen Glauben über. Karl der Große eroberte 774 Pavia unter dem letzten Langobardenkönig Desiderius und ließ sich selbst zum König der Langobarden krönen. Im Süden blieb das Herzogtum Benevent bis zur Eroberung durch die Normannen im 11. Jahrhundert selbstständig.