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Gero

Markgraf der sächsischen Ostmark

it dem Tod seines Bruders Siegfried im Sommer 937 wurde dessen Legation für das östliche Sachsen frei. Als Legat hatte Siegfried im Verteidigungsfall die militärische Gewalt über die Merseburg benachbarten Grenzgrafschaften ausgeübt, möglicherweise verbunden mit der Tributherrschaft über die unterworfenen Slawenstämme östlich von Elbe und Saale. Otto I. übertrug das Amt auf dem Hoftag zu Magdeburg am 21. September 937 auf Gero und kennzeichnete ihn damit als einen seiner engsten Vertrauten. Doch blieben Geros Befugnisse hinter denen seines Bruders zurück, er wurde nicht mit der Stellvertretung des Königs beauftragt. Auch verlagerte sich der Ausgangspunkt des Amtes von Merseburg nach Magdeburg, wo Gero einen befestigten Wirtschaftshof unterhielt. Als Legat war Gero bestimmten Grafen übergeordnet, allerdings nur im militärischen Oberbefehl, nicht in lehnsherrlicher oder gerichtlicher Gewalt.

Gero setzte den königlichen Anspruch auf Anerkennung der Oberherrschaft über die slawischen Stämme östlich der mittleren Elbe und der Saale durch die Einziehung von Tributen durch, ohne die Gebiete zu erobern oder Stützpunkte zu errichten. Sein Auftrag beschränkte sich auf eine Kontrolle von sächsischem Gebiet aus, denn für eine dauerhafte Unterwerfung fehlte ihm die nötige Truppenstärke. Schon bei der gewaltsamen Tributeinziehung erlitten seine Truppen so hohe Verluste, dass sich Überlebende beim König über ihn beklagten. Da die Slawen in viele einzelne Stämme mit eigener Führung gegliedert waren, musste jeder gesondert unterworfen werden. Gero nutzte dafür Verhandlungen, Intrigen, Morde und militärische Strafaktionen von abschreckender Grausamkeit. Die Anerkennung der Oberhoheit endete jedoch oft schon mit der Regierungszeit des unterworfenen Fürsten oder dem Abzug der sächsischen Truppen, die nie größere Besatzungen zurückließen.

Im Vorfeld des Liudolfinischen Aufstandes kam es zu einer tiefgreifenden Entfremdung zwischen Markgraf und König. Otto I. wandte sich von Gero ab und machte Hermann Billung zu seinem engsten Vertrauten. Wahrscheinlich hatte Gero mit den Aufständischen sympathisiert, doch eine eigene Teilnahme am Aufstand ist nicht anzunehmen, da seine Stellung als Markgraf unangetastet blieb.

Gero unternahm große Anstrengungen zur dauerhaften Bewahrung seines Andenkens, das sowohl religiösen Zwecken als auch der sozialen Repräsentation diente. Er stiftete mit Frose, Gernrode und Alsleben drei Kanonissenkonvente im Gebiet des Bistums Halberstadt und beteiligte sich an der Gründung des Klosters Kemnade an der Weser. Zudem unternahm er zwei Pilgerfahrten nach Rom. Im Jahr 949 reiste Gero erstmals an das Grab des Heiligen Petrus, wahrscheinlich aus Dankbarkeit, Fürbitte oder Buße zugleich. Die Rückreise führte ihn im Frühjahr 950 über das Kloster St. Gallen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel GeroVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268914290redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Der ursprünglich hochladende Benutzer war Mhf77 in der Wikipedia auf Deutschentstanden 2006Public domainQuelle