Giselbert von Lothringen
Herzog von Lothringen
iselbert von Lothringen wollte für sich die Machtfülle seines Vaters beibehalten. Wie dieser war er Laienabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy. Es gelang ihm durch großzügige Vergabe von Kirchenbesitz, Gefolgsleute um sich zu sammeln. Seit 920 trug er den Titel princeps von Lothringen und stand im offenen Machtkampf mit Karl dem Einfältigen. Auslöser dieses Machtkampfes war der Streit bei der Neubesetzung des Bischofsamtes von Lüttich.
922/923 wurde Karl der Einfältige gestürzt, die karolingischen Anhänger in Lothringen wechselten zum ostfränkischen König Heinrich I. Heinrich I. gelang es, Giselbert von Lothringen für sich zu gewinnen. In den Jahren von 923 bis 925 wurde Lothringen von den Ostfranken erobert, und in den Jahren 926 bis 928 war Eberhard von Franken Herzog von Lothringen. 928 wurde Giselbert Herzog von Lothringen und heiratete im gleichen Jahr Gerberga, die älteste Tochter von König Heinrich I. und Mathilde.
939 wollte Giselbert sich dem neuen westfränkischen König Ludwig IV. anschließen. Er schloss sich der Rebellion von Heinrich, dem jüngeren Bruder Ottos I., und Eberhards von Franken an. Im März 939 wurde sein Heer in der Schlacht bei Birten von Ottos Streitmacht in die Flucht geschlagen. Nach der Schlacht bei Andernach am 2. Oktober 939 ertrank Giselbert auf der Flucht im Rhein.