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Goslar

Stadt in Niedersachsen

Goslarer Kaiserzeit

009 begann mit der ersten Reichssynode unter Heinrich II. die Zeit Goslars als zentrale Pfalz des Heiligen Römischen Reiches. Die Pfalz lag wahrscheinlich noch auf dem Georgenberg. Heinrich II. hielt 1015, 1017 und 1019 weitere Hoftage und Synoden ab, insgesamt ist sein Aufenthalt in Goslar sieben Mal nachgewiesen. Die Pfalz Goslar machte der Pfalz Werla den Rang streitig, seit 1009 tagte dort die Stammesversammlung des sächsischen Adels. Unter den Saliern erreichte die Entwicklung der Stadt zu einem Zentrum des Reiches ihren Höhepunkt. Schon bei seinem Königsumritt 1024 soll Konrad II. in Goslar das Weihnachtsfest gefeiert und 1025 den Grundstein zur Kaiserpfalz gelegt haben. Konrad bestätigte auch die Rechte der Goslarer Fernhandelskaufleute. Insgesamt sind von ihm sechs Aufenthalte in Goslar belegt.

GoslarOrt auf der Karte 164851.9060 N, 10.4292 OAuf der Karte zeigen

Spätes Mittelalter

Mit dem Rückzug der Kaiser aus dem nördlichen Reichsteil begann der Aufschwung zur städtischen Unabhängigkeit. Aus den Rechten der Fernhandelskaufleute von 1025 gingen die Goslarer Stadtrechte hervor, und der 1219 erstmals erwähnte Rat bemühte sich um deren Anerkennung und Ausweitung. Kaufleute und Ministerialadel bildeten gemeinsam den Rat und wurden zunehmend selbstbewusster, wobei der Erwerb der Berg- und Vogteirechte im Mittelpunkt stand. Seit 1235 geriet der Bergbau am Rammelsberg wegen fehlender Entwässerungstechnik in eine Krise, die zu reinem Nachleseabbau führte; der Kupferhandel blieb erhalten, die Erträge sanken jedoch. Diese Schwäche nutzte die Worthgilde, um ihre politische Macht im Rat auszubauen. Von 1267 bis 1566 gehörte Goslar dem Städte- und Kaufmannsbund der Hanse an; aus dieser Zeit stammt auch die Alte Harzstraße.

Reichsstadt

1290 gelang es dem Rat, die wichtigsten Vogteirechte übertragen zu bekommen; Goslar war nun eine freie Reichsstadt. Rat und Gilden einigten sich auf eine Zusammensetzung aus Kaufmanns-, Münzer-, Krämer-, Bäcker-, Schuhmacher- und Knochenhauergilde. Auch die Montanen und Silvanen wurden mit dem Bergdorf an die Stadt gebunden, ihre Institutionen gingen später im Rat auf. Größere Verfassungskämpfe gab es erst wieder 1460, als kleine Gilden und Gemeine an der Macht teilhaben wollten. Im Mühlen- und Hallenstreit von 1290 bis 1293 setzte sich der Rat gegenüber Stiften und Klöstern durch und drängte deren Einfluss zurück. Mit der Verleihung des Heerschildrechts 1340 durch Ludwig IV. wurden Goslars Rechte um das passive Lehensrecht erweitert.

Die Reformation und der Konflikt mit Herzog Heinrich d. J.

Durch den wieder florierenden Bergbau und Gewinne aus der Hildesheimer Stiftsfehde zahlte Herzog Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel 1527 die Pfandsumme für Berggericht und Bergzehnt in Höhe von 24.663 Gulden zurück und nahm den Rammelsberg sowie einen Großteil der Forsten wieder in Besitz. Daraus entwickelte sich ein bis 1552 andauernder Kleinkrieg zwischen Goslar und dem Welfen. Die Stadt klagte gegen den Herzog beim Reichskammergericht, das ihr 1528 weitgehend recht gab. Als Heinrich d. J. 1527 mit einem Heer vor die Stadt zog, kam es zu Ausschreitungen gegen herzogliche Bedienstete und zur Zerstörung mehrerer Klöster und einer Kirche.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel GoslarVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270480566redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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