Grafschaft Sponheim
Territorium im Heiligen Römischen Reich
045 tritt Siegfried I. als erster Spanheimer auf, jedoch noch nicht als Graf von Sponheim. Er gilt als Urahn der Spanheimer in Kärnten und Bayern. Der rheinische Zweig wird mit Stephan I. greifbar, urkundlich erwähnt um die Mitte des 11. Jahrhunderts. Um 1124 heiratete Meginhard von Sponheim, vielleicht ein Enkel Stephans, Mechtild von Mörsberg, Erbtochter von Adalbert von Mörsberg. Dadurch fielen Besitzungen auf dem Hunsrück, darunter die Burg Dill, an die Sponheimer. Meginhard nannte sich als erster Graf von Sponheim, weshalb man ab dieser Zeit von einer Grafschaft Sponheim sprechen kann. Im 12. Jahrhundert bauten die Sponheimer die Burg Sponheim als Stammsitz aus und stifteten das Kloster Sponheim. 1127 stellte Meginhard in Kreuznach eine Urkunde für das Allerheiligenkloster in Schaffhausen aus. Ein Albert von Sponheim war enger Vertrauter Kaiser Heinrichs VI. und nahm 1201 am Vierten Kreuzzug teil, sein Bruder Gottfried III. kehrte 1218 vom Fünften Kreuzzug nicht zurück.
Graf Gottfried III., gestorben 1218, erwarb durch seine Gattin Adelheid von Sayn Anrecht auf Erbe der Grafen von Sayn. Die Brüder Johann I., Heinrich und Simon I. teilten vor 1237 das gesamte Erbe. Johann I. erhielt die Hintere Grafschaft Sponheim mit Sitz auf der Starkenburg bei Enkirch und erbte 1247 die Grafschaft Sayn. Simon I. bildete die Vordere Grafschaft Sponheim an der Nahe mit Sitz auf der Kauzenburg oberhalb von Bad Kreuznach. Die Burgen Sponheim und Dill blieben gemeinsamer Besitz und verloren ihre frühere Bedeutung als Stammburg. Die Bezeichnung Vordere und Hintere Grafschaft leitet sich von den Himmelsrichtungen ab, wobei die Starkenburg im Osten und die Kauzenburg im Westen liegt.
In der Schlacht bei Göllheim im Jahre 1298 standen die Grafen von Sponheim auf Seiten von Adolph von Nassau. Später waren die zwei sponheimischen Linien Starkenburg und Kreuznach politisch nicht immer verbunden. Sponheim-Kreuznach unterstützte Friedrich den Schönen von Habsburg im Streit um die deutsche Königsherrschaft, während Sponheim-Starkenburg an Ludwig IV. den Bayern angeschlossen war. Der Sieg Ludwigs des Bayern bedeutete für Sponheim-Starkenburg einen relativen Machtgewinn. Die Vordere Grafschaft war zu dieser Zeit in eine nördliche und südliche Hälfte geteilt, mit dem Soonwald als Teilungslinie, wobei in Kastellaun Simon II. und in Kreuznach Johann II. residierten. Mit dem Regierungsantritt von Simons Sohn Walram endete diese Teilung; Walram regierte die vereinigte Vordere Grafschaft bis 1380. Sein Sohn Simon III. brachte der Vorderen Grafschaft durch seine Heirat mit Maria von Vianden die Grafschaft Vianden ein.