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Kurtrier

weltlicher Herrschaftsbereich des Erzbischofs von Trier im Heiligen Römischen Reich

Aufbau einer Landesherrschaft

ls eigene Landesherrschaft bildete sich der Kurstaat seit dem Ende des 9. Jahrhunderts allmählich aus dem Herzogtum Oberlothringen heraus. 897 erhielt der Erzbischof von Trier vom ostfränkischen König Arnulf von Kärnten den Bannforst im Hunsrück, seit 902 war er auch weltlicher Herr seiner Residenzstadt. Bis zum Beginn des 11. Jahrhunderts blieb das Gebiet auf das spätere obere Erzstift um Trier beschränkt. 1018 übertrug Kaiser Heinrich II. dem Erzbischof Poppo von Babenberg den fränkischen Königshof Koblenz mit dem zugehörigen Reichsgut. Das Land am Zusammenfluss von Rhein und Mosel und im unteren Westerwald bildete fortan das untere Erzstift. Im 12. Jahrhundert kamen die weltlichen Besitzungen der Reichsabtei St. Maximin und die Vogteirechte des rheinischen Pfalzgrafen hinzu.

KurtrierTerritorium auf der Karte 164849.7667 N, 6.6500 OAuf der Karte zeigen

Kurwürde und Abrundung

Auseinandersetzungen mit den rheinischen Pfalzgrafen im 12. und 13. Jahrhundert brachten Trier Gebietsgewinne und verdrängten die Pfalzgrafen aus dem Eifel-Mosel-Gebiet nach Süden. Seit 1198 gehörten die Erzbischöfe zum Kurfürstenkollegium und waren Kanzler eines der drei Reichsteile. Das Amt des Erzkanzlers für Burgund wurde mit dem Verlust der französischsprachigen Reichsgebiete zu einem inhaltsleeren Titel. Unter Balduin von Luxemburg entstand zwischen 1307 und 1354 eine geschlossene Verbindung zwischen oberem und unterem Erzstift. 1309 verpfändete der spätere Kaiser Heinrich VII. Boppard und Oberwesel an seinen Bruder Balduin. Mit der Grafschaft Virneburg 1545 und der Fürstabtei Prüm 1576 war die territoriale Entwicklung im Wesentlichen abgeschlossen. Anders als Kurköln und Kurmainz besaß Kurtrier ein weitgehend geschlossenes Territorium.

Krieg und Besetzung

Unter Kurfürst Philipp Christoph von Sötern wurde Trier spätestens ab 1632 in den Dreißigjährigen Krieg verwickelt. Die seit 1630 von spanischen Soldaten besetzte Bistumsstadt wurde 1632 von französischen Truppen im Auftrag des Kurfürsten zurückerobert; damit stellte sich Sötern gegen die Habsburger und den Kaiser. 1635 eroberten die Spanier Trier und Koblenz und nahmen den Kurfürsten gefangen. Frankreich nahm dies zum Anlass für die Kriegserklärung an Spanien, womit der Französisch-Spanische Krieg begann. 1645 wurde Sötern freigelassen, unter der Bedingung des Beitritts zum Prager Frieden und einer Amnestie für das Domkapitel.

Das Ende

Während des Ersten Koalitionskriegs besetzten 1794 französische Revolutionstruppen den größten Teil des Kurfürstentums. Die Festung Ehrenbreitstein hielt sich bis 1799. Die linksrheinischen Gebiete wurden 1801 im Frieden von Lunéville Frankreich angegliedert, die rechtsrheinischen fielen 1803 an Nassau-Weilburg. Beim Wiener Kongress kamen die Gebiete größtenteils an das Königreich Preußen und 1822 in die Rheinprovinz. Seit 1946 bilden sie den nördlichen Teil des Landes Rheinland-Pfalz, dessen Wappen neben dem kurpfälzischen Löwen und dem Mainzer Rad das rote Kreuz von Kurtrier zeigt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel KurtrierVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269806362redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Valck, Gerard (ca. 1650 - 1726)entstanden um 1710CC BY-SA 3.0 deQuelle