Haager Allianz (1625)
Kriegsbündnis im 17. Jahrhundert
as Bündnis entstand, um dem Habsburger Einfluss im Reich entgegenzutreten. Friedrich V., der seine Kurfürstenwürde verloren hatte, drängte auf eine große anti-habsburgische Koalition, um sein Land zurückzugewinnen. Frankreich unter Ludwig XIII. unterstützte dieses Vorhaben. Am Ende verengten sich die Kriegsziele der Allianz jedoch auf Norddeutschland, wo Dänemark eine zentrale Rolle einnahm.
England und die Niederlande sagten zu, den dänischen König Christian IV. bei seinem Feldzug gegen die Kaiserlichen zu unterstützen. Zuvor war auch der schwedische König Gustav II. Adolf als Oberbefehlshaber im Gespräch gewesen, wofür die Kriegserfahrung seiner Truppen sprach. Die Rivalität zwischen Dänemark und Schweden verhinderte dies jedoch. Am Ende blieb es bei Unterstützungszahlungen, etwa an Ernst von Mansfeld, und bei der Blockade Hamburgs gegen Waffenhandel mit Spanien. Eine ernsthafte Zusammenarbeit zwischen Dänemark und seinen Verbündeten kam nicht zustande. England und die Niederlande waren durch den Krieg gegen Spanien gebunden, England zusätzlich durch den Konflikt zwischen König und Parlament innenpolitisch gelähmt.
Das dänisch-niedersächsische Heer wurde bereits ein gutes halbes Jahr später bei Lutter vernichtend geschlagen. Die ineffektive Allianz scheiterte endgültig 1627, als England gegen den zuvorigen Unterstützer Frankreich Krieg führte. 1629 schied das geschlagene Dänemark mit dem Lübecker Frieden aus dem Krieg aus. Ein Jahr später schloss England mit Spanien Frieden und zog sich aus allen kontinentaleuropäischen militärischen Konflikten zurück.