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Habsburg-Lothringen

österreichisches Herrschergeschlecht

it dem Tod Karls II. 1700 erlosch die spanische Linie der Casa de Austria, was den Spanischen Erbfolgekrieg auslöste. 1740 starb auch Kaiser Karl VI., womit der österreichische Zweig im Mannesstamm endete. Aufgrund der Pragmatischen Sanktion trat seine Tochter Maria Theresia das Erbe an, verheiratet mit Franz Stephan von Lothringen. Die neue Dynastie erhielt den Namen Österreich-Lothringen, obwohl sie in männlicher Linie das Haus Lothringen fortsetzte. Im Österreichischen Erbfolgekrieg konnte Maria Theresia ihre Ansprüche größtenteils durchsetzen, doch Friedrich II. von Preußen annektierte Schlesien. Franz Stephan hatte Lothringen gegen die Toskana tauschen müssen, konnte aber 1745 als Franz I. Kaiser werden, weil er im Reich noch die Grafschaft Falkenstein besaß. Zu seinem Erbe gehörte auch der Titel König von Jerusalem.

Neben Maria Theresia regierten bis 1918 sieben männliche Mitglieder der Dynastie: Franz I. von 1745 bis 1765, Joseph II. von 1765 bis 1790, Leopold II. von 1790 bis 1792, Franz II./I. von 1792 bis 1835, Ferdinand I. von 1835 bis 1848, Franz Joseph I. von 1848 bis 1916 und Karl I./IV. von 1916 bis 1918. Sie trugen unter anderem die Titel Römischer Kaiser, Kaiser von Österreich, König von Ungarn und König von Böhmen. 1804 wurde das Kaisertum Österreich als Einheitsstaat gegründet, nach der Niederlage im Preußisch-Österreichischen Krieg wurde es 1867 in die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn umgewandelt. Weibliche Mitglieder heirateten in europäische Herrscherdynastien ein: Marie-Antoinette und Marie-Louise wurden Königin beziehungsweise Kaiserin von Frankreich, Maria Carolina Königin von Neapel und Sizilien, Maria Leopoldina Kaiserin von Brasilien.

Die Realunion wurde vom Königreich Ungarn per 31. Oktober 1918 aufgekündigt. Kaiser Karl I. verzichtete am 11. November 1918 in Wien auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften und leistete als König Karl IV. von Ungarn am 13. November 1918 auf Schloss Eckartsau ebenso Verzicht. Da er nicht abdanken wollte, wurde er nach seiner Ausreise in die Schweiz am 3. April 1919 im österreichischen Habsburgergesetz auf Dauer des Landes verwiesen. Das Gesetz enteignete den Privat- und Familienfonds des Hauses, Familienzweige mit Verzicht durften ihr individuelles Privateigentum behalten. Als Karl 1921 zweimal versuchte, den ungarischen Königsthron wieder einzunehmen, wurde er von der Triple-Entente nach Madeira verbannt. In Ungarn wurde die Dynastie mit dem 1921 beschlossenen Dethronisationsgesetz auf Dauer vom Thron entfernt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Habsburg-LothringenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 264352407redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Oren neu dagentstanden 2022CC BY-SA 3.0Quelle